An alle Grenzen

11. März 2009, 18:14
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Die Krise zwingt erstmals wirklich zum Sparen bei den Personalausgaben

Wenn sich die Lehrer fragen sollten, warum plötzlich sie einen De-facto-Einkommensverlust erleiden sollen (höhere Lehrverpflichtung=weniger Überstunden), dann müssten sie die Parlamentsrede von Finanzminister Josef Pröll zum Steuerreformbeschluss genauer ansehen.

Pröll sprach davon, dass man mit der Steuerreform (und den Konjunkturpaketen) "an alle Grenzen der Finanzierbarkeit" gehe. Jene Lehrer, die auch die Wirtschaftsseiten der Zeitungen verfolgen, können nun eine Verbindungslinie ziehen zu den Meldungen, dass Österreich schon höhere Zinsen zahlen muss, um sich zu refinanzieren. Pröll muss sparen, um der Republik Österreich ein halbwegs attraktives Rating auf den Finanzmärkten zu erhalten. Die Krise zwingt erstmals wirklich zum Sparen bei den Personalausgaben.

Das haben die Lehrer als Erste erfahren, das werden noch andere öffentlich Bedienstete erfahren - und vielleicht auch noch die Pensionisten. Im privaten Sektor sind die Einkommensverluste schon im Gange, weil die Firmen eben krachen. Jetzt kracht auch der Arbeitgeber Staat, und das werden auch seine Dienstnehmer spüren. (Hans Rauscher/DER STANDARD Printausgabe, 12. März 2009)

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