"Sonst bringt man das Unternehmen um"

11. März 2009, 17:57
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Wendl hofft auf ein ORF-Gesetz, das die Zusammensetzung des Gremiums für die Öffentlichkeit nachvollziehbar macht

Die Kritik an der Regierung zu den neuen Parteistiftungsräten ebbte auch am Tag nach der Nominierung nicht ab. Besonders der neutrale Stiftungsrat Alexander Hartig ist umstritten. Hartig löst wie berichtet den pensionierten Intendanten Paul Lendvai ab.

Hartig-Kommentar

Hartig ist Vorstand der Constantia Industries AG aus dem Firmenreich der Familie Turnauer. Das bürgerliche Niederösterreich sandte ihn ins Kuratorium des Instituts für Spitzenforschung nach Maria Gugging. Einige SPÖ-Politiker sind dem Vernehmen nach mit der Entsendung alles andere als einverstanden. Woher kommt die Aufregung der SPÖ? DER STANDARD zitierte bereits am Dienstag aus Hartigs Krone-Kommentar über "die marxistischen Programmen der Grünen, Roten, Blauen, Gelben." Hartig wetterte schon über EU ("Die EU ist wieder einmal im Begriff, uns alle in Geiselhaft zu nehmen") und über Grüne ("In der zweiten Reihe stehen nach wie vor Kommunisten und andere linke Dogmatiker").

Neue Führung

"Wem das eingefallen ist", wundert sich ORF-Redakteurssprecher und Journalistengewerkschafter Fritz Wendl. Er hofft auf ein ORF-Gesetz, das die Zusammensetzung des Gremiums für die Öffentlichkeit nachvollziehbar macht: "Sonst bringt man das Unternehmen um." Wendl attestiert der Medienbranche "triste Zustände" im Gewerkschaftsmagazin Kompetenz. Für April wird das Ergebnis des EU-Wettbewerbsverfahrens erwartet, das ORF-Gesetz soll den Weg für eine neue Führung ebnen. Die kann frühestens zum Jahreswechsel ihren Dienst antreten. Bis dahin herrscht Stillstand. (prie, DER STANDARD; Printausgabe, 12.3.2009)

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