Britische Notenbank startet Staatsanleihen-Käufe

11. März 2009, 16:32
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Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion ist das mittlerweile bei 05, Prozent angekommene Leitzinsniveau

London - Die britische Notenbank hat am Mittwoch mit dem Ankauf von Staatsanleihen ein neues Kapitel im Kampf gegen Rezession und Finanzkrise aufgeschlagen.

Wie in der vergangenen Woche angekündigt, erwarb die Bank von England (BoE) von den Geschäftsbanken Staatspapiere im Volumen von insgesamt knapp 2 Mrd. Pfund (2,16 Mrd. Euro). Finanziert werden die Ankäufe de facto durch die Notenpresse. Angedient worden seien der Zentralbank Papiere über rund 10,5 Mrd. Pfund, hieß es in einer Mitteilung.

Die Bank von England hatte vergangene Woche angekündigt, dass sie zunächst für 75 Mrd. Pfund Anleihen kaufen will. Sie verfolgt damit das Ziel, mehr Geld in das Finanzsystem zu pumpen, dadurch den Kreditfluss zu Unternehmen und Haushalten wieder in Gang zu bringen und gleichzeitig das Renditeniveau der Volkswirtschaft zu senken. Von der Rendite der Staatspapiere (Gilts) hängen zahlreiche weitere Zinssätze ab.

Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion ist das mittlerweile bei nur noch 0,5 Prozent angekommene Leitzinsniveau. Die BoE hat ähnlich wie die US-Notenbank Fed in den vergangenen Monaten den Leitzins aggressiv gekappt. Da er als Waffe gegen die Krise stumpf geworden ist, schaltet sie nun auf die direkte Steuerung der Geldmenge um, in dem sie in großem Stil am Anleihenmarkt aktiv wird. Für ihre Ankäufe hat das Londoner Finanzministerium der Notenbank bisher einen Rahmen von 150 Mrd. Pfund genehmigt. (APA)

 

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