Begrenzung von Manager­gehältern beschlossen

11. März 2009, 16:04
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Aktienoptionen der Manager sollen künftig erst nach vier Jahren ausgeübt werden dürfen

Berlin - Die deutsche Regierung hat nach monatelangen Diskussionen Regeln zur Begrenzung der Managergehälter beschlossen. Das Kabinett entschied am Mittwoch, dass die Bezüge der Führungskräfte stärker an der langfristigen Unternehmensentwicklung ausgerichtet werden müssen. Damit werden erste Beschlüsse nach einem Spitzentreffen der großen Koalition umgesetzt. Zugleich soll aber eine Arbeitsgruppe aus Experten von SPD und Union weitere Regelungen erarbeiten, um sie im Laufe des Verfahrens in Bundestag und Bundesrat mit dem Entwurf des Justizministeriums zu verbinden.

Dieser sieht vor, dass bei schlechter Entwicklung des Unternehmens Managervergütung auch während der Vertragslaufzeit vom Aufsichtsrat gekürzt werden. Unterlässt das Kontrollgremium dies, können seine Mitglieder dafür persönlich haftbar gemacht werden. Aktienoptionen der Manager sollen künftig erst nach vier und nicht mehr nach zwei Jahren ausgeübt werden dürfen. Entscheiden über die Vorstandsbezüge soll künftig der gesamte Aufsichtsrat und nicht mehr nur ein Ausschuss. Die Haftung für Aufsichtsräte soll generell verschärft und die Offenlegung der Vergütungen verbessert werden.

Im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens könnten noch weitere Verschärfungen einfließen, wenn sich die Parlamentsarbeitsgruppe darauf verständigt. Vor allem in der SPD wird dies gefordert. Die Wirtschaft hat eine Orientierung am langfristigen Erfolg überwiegend als richtig bezeichnet, aber grundsätzliche Bedenken angemeldet, Vergütungsfragen staatlich per Gesetz zu regeln. (APA/Reuters)

 

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