Stenzel lehnt auch neues Modell ab

11. März 2009, 15:33
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"Für Bahnhöfe und Autobahnraststätten" - Alte Lampen seien schöner gewesen - Stenzel sieht in Drahtbespannung wie in Venedig mögliche Alternative

Wien - Schlankerer Mast, kleinerer Leuchtenkopf, dezentes Alu-Grau statt leuchtendem Weiß - der überarbeitete Entwurf sollte auch Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel vom Projekt moderne Straßenlampen für die Kärntner Straße überzeugen. Das hoffte jedenfalls Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SP), der laut Stadtverfassung die Zustimmung der Bezirksvorstehung braucht, bevor er die neuen Lampen aufstellen lassen darf.

Geschmacks-Streit seit eineinhalb Jahren

Die schwarze City-Chefin denkt aber offenbar nicht daran, den seit mittlerweile eineinhalb Jahren andauernden Lampenstreit beizulegen. „Ich verlange, dass man auf die Aufstellung dieser Leuchte in der Inneren Stadt verzichtet", sagt Stenzel. Die neue Lampe unterscheide sich im Stil und in der Grundhaltung nicht wesentlich vom ursprünglichen Design - und passe daher besser auf moderne Bahnhöfe oder Autobahnraststätten als auf die frischsanierte Kärntner Straße.

Wettbewerb
Entworfen hat das neue Leuchtobjekt Architekt Clemens Kirsch - er entschied einen Wettbewerb für sich. "Der, der gewonnen hat, sollte das Projekt auch verwirklichen", sagt Schicker.

Stenzels Einwand, das moderne Design passe nicht in den historischen Stadtkern, will Franz Kobermaier von der MA 19 (Stadtbildpflege) nicht gelten lassen: „Die Lampe ist nicht höher als die Erdgeschoßzone und passt somit sehr gut zu den modernen Geschäftsauslagen."

700.000 Euro Kosten

2,1 Millionen sind für die Installierung der neuen Straßenbeleuchtung insgesamt veranschlagt. 700.000 Euro soll der Bezirk für die Lichtkörper lockermachen.

Stenzel für altes Modell "Maiglöckchen"

Stenzel will allerdings weiterhin am historisierenden Modell "Maiglöckchen" für die Innenstadt festhalten. Diese Bogenlampen würden nicht nur besser in den ersten Bezirk passen, meint die Bezirkschefin, sondern wären noch dazu um die Hälfte billiger - auch wenn man sie neu produziere. Kirschs Entwurf müsste Stenzel noch im März im Finanzausschuss zustimmen, damit die 85 neuen Lampen stehen, wenn die Kärntner Straße im November fertig saniert ist. (Martina Stemmer,DER STANDARD Printausgabe 12.3.2009)

 

  • Dem Erstentwurf (rechts) folgte eine Überarbeitung (links)
    foto: standard/ podpod-design

    Dem Erstentwurf (rechts) folgte eine Überarbeitung (links)

  • Bezirkschefin Stenzel präferiert allerdings weiterhin das historisierende Modell "Maiglöckchen" (rechts) für die  Fußgängerzone im 1. Bezirk
    foto: standard/matthias cremer

    Bezirkschefin Stenzel präferiert allerdings weiterhin das historisierende Modell "Maiglöckchen" (rechts) für die Fußgängerzone im 1. Bezirk

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Stenzel kann sich auch unauffällige Hängeleuchten in der City vorstellen. Etwa auf gespannten Drähten wie am Markusplatz in Venedig. Daran könnten dann entsprechende Lampen gehängt werden

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