Bayern droht Niederlage im Streit um Urheberrecht an Nazi-Zeitungen

11. März 2009, 14:44
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Gericht: Urheberrecht für vor Ende 1938 erschienene Blätter abgelaufen - Entscheidung am 25. März erwartet

Dem Freistaat Bayern droht eine Niederlage im Streit um das Urheberrecht an den NS-Zeitungen "Völkischer Beobachter" und "Der Angriff". Im Zivilprozess zwischen dem Freistaat und dem Verlag des historischen Magazins "Zeitungszeugen", das Nachdrucke der Naziblätter enthielt, vertrat das Landgericht München I am Mittwoch die Auffassung, dass das Urheberrecht an den bis Ende 1938 erschienen Ausgaben der NS-Blätter abgelaufen ist. Eine Entscheidung wurde für den 25. März angekündigt.

Bayern nutzt sein Urheberrecht an den NS-Blättern, um deren Nachdruck und Verbreitung zu verhindern. Das Projekt "Zeitungszeugen" hatte wie berihctet komplette Ausgaben des "Völkischen Beobachters" und des "Angriffs" als Faksimile nachgedruckt und in einem einordnenden Mantel mit Artikeln namhafter Historiker verkauft. Der Freistaat verbot den Nachdruck und ließ im Jänner eine ganze Ausgabe beschlagnahmen. Parallel zum Zivilprozess läuft auch ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den britischen Verleger der Zeitungszeugen, Peter McGee. (APA/AP)

Nachlese
Wirbel um "Nazi-Zeitungen" - Das von Österreichern geleitete Projekt Zeitungszeugen beschäftigt deutsche Kritiker und Justiz - Zentralrat der Juden: "Kopiervorlagen für Nachwuchs-Nazis"

 

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