Auch Affen reagieren auf quengelnde Kinder genervt

15. März 2009, 17:33
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... und wie bei uns gerät die arme Mutter damit zwischen die Fronten

London - Der Trotzanfall eines Kindes in der Öffentlichkeit ruft bei der Mutter und den Umstehenden Aggressionen hervor - bei Affen ist es genauso, und auch hier gerät die Mutter damit unter doppelten Druck. Das haben Forscher der Londoner Roehampton University bei einem Versuch mit Rhesusaffen (Macaca mulatta) auf der Insel Cayo Santiago vor der Küste Puerto Ricos herausgefunden: Sie zeichneten vom September 2005 bis Jänner 2006 in mehreren Affengruppen die Schreie von Kindern, Müttern und Artgenossen in der Umgebung auf, die Ergebnisse wurden in den "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht.

Auch wenn die Schreie des Affenkindes der Mutter galten, fühlten sich auch Affen im näheren Umkreis in hohem Maße genervt, heißt es in der Studie unter Führung des Wissenschaftlers Stuart Semple. Der Aggressionsgrad gegen die Affenmutter und den schreienden Nachwuchs stieg um bis das 30-Fache, ermittelten die Forscher. Die Mutter werde so von zwei Seiten in die Enge getrieben: Von dem schreienden Kind und von den sichtlich genervten und zunehmend aggressiven Affen in der Umgebung. Und je mehr auch die Mutter die Beherrschung verlor, desto schlimmer musste dies der ursprüngliche Auslöser des Stresses, das schreiende Affenkind, ausbaden.

"Mütter sind gegenüber schreiendem Nachwuchs 400 Mal eher aggressiv als gegenüber einem ruhigen Kind", schreiben die Londoner Forscher - gruppendynamische Faktoren haben also auch bei Affen deutliche Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Beziehung. Ein klassischer Lösungsweg führte die Affenmütter allerdings des öfteren zum Erfolg, nämlich das Kind an die Brust zu nehmen. Auch das klingt bekannt. (APA/dpa/red)

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    [Jetzt gaaaaaanz langsam bis 100 zählen ...]

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