Daimler: Weitere 18.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

11. März 2009, 15:31
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Die Maßnahme als Reaktion auf die Nachfrageschwäche und rückläufige Auftragseingänge ist bis zum Ende der Sommerferien geplant

Stuttgart - Daimler weitet die Kurzarbeit auch auf seine Lkw-Werke in Deutschland aus. Betroffen seien rund 18.000 Mitarbeiter der Mercedes-Benz Lkw-Werke Wörth, Gaggenau, Kassel und Mannheim, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mit. Die meisten Mitarbeiter sollen bereits von Ostern an in Kurzarbeit geschickt werden, spätestens im Mai sollen die übrigen Beschäftigten folgen.

Die Maßnahme ist zunächst bis zum Ende der Sommerferien 2009 geplant. Damit reagiert Daimler auf die anhaltende Nachfrageschwäche und rückläufige Auftragseingänge auch im Lkw-Geschäft. In den Pkw-Werken des Autobauers arbeiten wegen der dramatischen Absatzflaute bereits seit Wochen mehr als 50.000 Beschäftigte kurz.

Auch in der Lkw-Sparte könne die Produktionsdrosselung nicht weiter über den Abbau von Arbeitszeitkonten geregelt werden, teilte das Unternehmen mit. Im laufenden Jahr rechnet der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller mit einem deutlichen Absatzrückgang. Eine genaue Prognose hatte der Chef der Sparte Daimler Trucks, Andreas Renschler, nicht gegeben. In Deutschland arbeiten insgesamt rund 30.000 Menschen für die Lkw-Sparte des Unternehmens.

Individuelle Regelungen

Für die Kurzarbeit sollen an den einzelnen Standorten zwischen Werksleitung und Betriebsrat individuelle Regelungen vereinbart werden. Außerdem seien Zeitarbeitsverträge und befristete Arbeitsverträge nicht verlängert worden. Die Kurzarbeitstage sollen abhängig von der Entwicklung des Auftragseingangs von Monat zu Monat festgelegt werden. Beschäftigte, die noch Überstunden auf Freischicht- und Gleitzeitkonten haben, sollen diese zunächst abbauen. "Für Beschäftigte mit negativen Zeitkonten gelten die Regelungen zur Kurzarbeit", sagte eine Sprecherin.

Im Mercedes-Benz Werk in Wörth sollen von 4. Mai an bis zu 7.500 Mitarbeiter kurzarbeiten. In Gaggenau sind von 22. April an 3.800 Beschäftigte betroffen. 700 Beschäftigte, die in dort Teile für Pkw und Transporter produzieren, sind bereits seit 1. März in Kurzarbeit. Am Standort Kassel sind in den Lkw-Bereichen vom 14. April an rund 1.300 Mitarbeiter betroffen, rund 550 Beschäftigte im Transporter-Bereich arbeiten bereits seit 1. März kurz. Im Lkw-Werk in Mannheim sollen den bisherigen Plänen zufolge von 6. April an bis zu 3.500 Beschäftigte kurzarbeiten.

Im vergangenen Jahr hatte der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller trotz der weltweiten Talfahrt in der Automobilbranche den Absatz leicht ausgebaut. Die Verkäufe von Lkw und Bussen stiegen 2008 im Jahresvergleich um ein Prozent auf 472.100 Fahrzeuge. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) war allerdings um knapp ein Viertel auf 1,6 Mrd. Euro eingebrochen. Der Umsatz stagnierte bei 28,5 Mrd. Euro. (APA)

 

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