Schlaraffenland-artige Bedingungen für Störche

22. März 2009, 17:47
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Der WWF hofft auf einen neuen Brutrekord in den Marchauen - die Voraussetzungen sind günstig

Marchegg - Der erste Weißstorch ist in Österreich vor wenigen Tagen angekommen - und möglicherweise war er der Vorbote eines "Rekord-Storchenjahrs": Das erhofft sich zumindest der WWF für das niederösterreichische WWF-Reservat Marchauen. Heuer seien die Bedingungen für zahlreichen Nachwuchs besonders günstig: Wegen der häufigen Niederschläge dieses Winters sind die artenreichen Nahrungswiesen seit Wochen überschwemmt - "für die Störche ein wahres Schlaraffenland voller Frösche, Krebse und Kleinfische", sagt Reservatsleiter Gerhard Neuhauser.

In den nächsten Wochen sollen weitere 90 bis 100 Vögel den bislang eingetroffenen Pionieren folgen. Die Storchenkolonie auf der Schlosswiese in Marchegg gehöre zu den eindrucksvollsten Kolonien Mitteleuropas. 50.000 bis 60.000 Naturinteressierte besuchen jährlich die "Storchen-Metropole". Letztes Jahr wurden laut WWF im Auenreservat insgesamt 43 Brutpaare verzeichnet, 92 Jungvögel wurden flügge.

Reservat für zahlreiche Vogelarten

Das 1.120 Hektar große Naturschutzgebiet zwischen den Gemeinden Marchegg und Zwerndorf ist laut WWF eines der wichtigsten Vogelparadiese vor den Toren Wiens. Die March-Thaya-Auen gehören zu den größten Refugien für die Artenvielfalt Mitteleuropas. Regelmäßige Überschwemmungen versorgen die die Flüsse begleitenden Auwälder mit Nährstoffen. Die dadurch entstehenden, nahrungsreichen Feuchtwiesen sichern zahlreichen wertvollen Arten ihr Überleben.

Neben den Weißstörchen, deren bis zu 800 Kilogramm schwere Horste auf den riesigen, hunderte Jahre alten Eichen der Storchenkolonie vom WWF nach der Brutsaison 2007 teilweise "renoviert" wurden, sind auch Schwarzstorch, Seeadler, Rotmilan und andere bedrohte Vogelarten anzutreffen. "Die Sicherung einer naturnahen dynamischen Auenlandschaft entlang der Flüsse March und Thaya ist die wichtigste Voraussetzung für den Erhalt der imposanten Greifvögelwelt", erläutert Neuhauser. Denn von den ehemals ausgedehnten Wiesenlandschaften der Region ist heute nur noch ein Bruchteil übrig geblieben.

Die Vogelwelt des Naturreservates wurde 2007 in einer vom niederösterreichischen Landschaftsfonds ermöglichten Horstschutz-Studie untersucht. Demnach brüten elf verschiedene Schreit- und Greifvögel auf den insgesamt 236 Baum-Horsten. Neben den Instandhaltungsmaßnahmen an den Horsten wurden vom WWF auch zahlreiche Eichen von Misteln befreit.  (APA/red)

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