Gebrüder Weiss steigern 2008 Umsatz

11. März 2009, 12:24
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Wirtschaftskrise ließ Frachtaufkommen heuer einbrechen - Personalabbau nicht ausgeschlossen

Wien - Der Vorarlberger Spediteur Gebrüder Weiss blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurück, bekam aber in den vergangenen Monaten die Wirtschaftskrise deutlich zu spüren. Für 2009 wird ein Mitarbeiterabbau und eine Strukturanpassung nicht ausgeschlossen. 2008 wurde der Nettoumsatz um 4,5 Prozent auf 990 Mio. Euro gesteigert, der Cash-Flow blieb stabil mit über 50 Mio. Euro, Betriebsergebnis wurde keines genannt. Die Personalstand erhöhte sich leicht auf 4.498 Beschäftigte, davon 172 Lehrlinge. Wachstumstreiber waren die Region Österreich/Deutschland/Schweiz sowie Rumänien und China.

Vorstandsvorsitzender Wolfgang Niessner sprach am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz von einem "hervorragenden Jahr 2000", leider habe aber das rückläufige Geschäft im vierten Quartal das Umsatzziel von 1 Mrd. Euro "verpatzt". Bereits 2008 habe es einen sehr intensiven Wettbewerb gegeben - so sei die Österreichische Post mit Dumpingpreisen in den Paketmarkt gegangen - aber 2009 habe noch schlechter begonnen. Demnach musste die Branche bei den Sendungen ein Minus von 15 Prozent verschmerzen, beim Gewicht ging das Transportvolumen gar um 25 Prozent zurück.

Trotz des schwierigen Umfelds gelang es dem Vorarlberger Familienunternehmen, weiterhin eine sagenhaft hohe Eigenkapitalquote von über 50 Prozent zu halten. Die Investitionen betrugen 2008 planmäßig knapp 50 Mio. Euro, heuer sollen es 34 Mio. Euro sein. Insgesamt ist für Südosteuropa ein Investitionsprogramm von 100 Mio. Euro geplant. "Dieses Jahr eröffnen wir in Bukarest und Senec jeweils eine neue Logistikanlage. Konzepte für die Standorte Belgrad, Sofia und Zagreb sind in Prüfung, entsprechende Entscheidungen sollen noch heuer fallen. Zusätzlich wird in Österreich 2009 ein neues Logistikterminal in Maria Saal fertiggestellt und ein Teil der Firmenzentrale in Vorarlberg wird an einen neuen Standort umziehen", so Niessner. Außerdem stehe für 2009 der Markteintritt in Indien auf dem Programm.

Der größte Teil der Wertschöpfung wurde im Vorjahr mit 40 Prozent durch die Landverkehre erwirtschaftet, wovon 28 Prozent die internationalen Landtransporte ausmachten. Weitere 13 Prozent wurden im Bereich Luft- und Seefracht generiert. "Eine tragende Rolle spielte aber mit 26 Prozent auch der Bereich Logistik", hieß es. Der Paketumsatz konnte mit 126,2 Mio. Euro abermals gesteigert werden, so der Traditionskonzern. (APA)

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