Verteidigungsminister zieht positive Bilanz

11. März 2009, 10:56
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Bis zu 130 Bundesheer-Angehörige weiter unter UNO-Schirm im Tschad im Einsatz

Wien - Wenige Tage vor dem Ende der EU-Friedensmission im Tschad (EUFOR) zieht das österreichische Bundesheer eine positive Bilanz. "Die EUFOR-Mission im Tschad hat seine Aufgabe erfüllt. Die Sicherheitslage in der Region konnte verbessert werden, eine halbe Million Flüchtlinge wurden vor Gewalt geschützt", so Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) in einer Aussendung am Mittwoch. Schutz und Hilfe seien aber weiterhin notwendig, daher werde der Einsatz der Österreicher nun unter der Flagge der Vereinten Nationen (UNO) fortgesetzt.

Verlängerung der Mission

Die EUFOR war im März 2008 geschaffen worden, um ein Jahr lang für den Schutz der Flüchtlinge im Tschad zu sorgen, die zum großen Teil aus dem benachbarten Sudan stammen. Am Sonntag (15. März) wollen die Europäer mit einer Zeremonie in Abeche im Osten des Tschads den Vereinten Nationen das Kommando übergeben. Österreich wird dabei durch den stellvertretenden Generalstabschef Generalleutnant Othmar Commenda vertreten sein. Der Hauptausschuss des Nationalrats hatte Ende Februar erwartungsgemäß die Verlängerung der österreichischen Beteiligung u.a. an der Tschad-Mission abgesegnet.

Österreich wird aber keine Kampftruppen, sondern ein Logistikkontingent von bis zu 130 Bundesheer-Angehörigen entsenden. Der Einsatz ist vorerst bis 15. März 2010 befristet. Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) hatte darauf verwiesen, dass die UNO Österreich dringend ersucht habe, den Einsatz fortzusetzen. Österreich war für einige Monate auch mit der Führung der Spezialeinsatzkräfte betraut.

Das österreichische Kontingent unter UNO-Flagge wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums als Logistikeinheit für den Transport der Versorgungsgüter verantwortlich sein. Das österreichische Logistikkontingent setzt sich dabei unter anderem aus einem Kontingents-Kommando, Führungselement und einem Sanitäts-Element zusammen.

UNO-Nachfolgemission MINURCAT

Bei der neuen UNO-Mission MINURCAT haben sich laut Verteidigungsministerium von den EUFOR Truppenstellern neben Österreich auch Irland, Polen, Finnland und Frankreich zu einem Engagement entschlossen. Der UNO-Sicherheitsrat hatte zu Beginn des Jahres einstimmig die Entsendung der UNO-Nachfolgemission MINURCAT (United Nations Mission in the Central African Republic and Chad), die auch eine Militärkomponente aufweist, beschlossen. (APA)

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