Intelligente Apps sollen Zeitungen revolutionieren

11. März 2009, 12:19
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Nachrichten sollen in Zukunft personalisiert mit intelligenten Apps auf Handy, E-Book-Reader oder Computer geliefert werden

Die Diskussion um das Verdrängen gedruckter Zeitungen durch Online-Medien ist nicht neu. New York Times-Redakteur und Entwickler Nick Bilton hat die Diskussion nun jedoch auf der O'Reilly Emerging Technology Konferenz neu angeheizt. Seiner Meinung nach sei Papier sei nur ein Mittel zum Zweck. "Es durch Pixel zu ersetzen ist eine bessere Erfahrung", erklärt er im Interview mit Wired.com.

Print-Probleme

Zeitungen haben mit mannigfaltigen Problemen zu kämpfen. Die Abonnenten werden weniger und das Anzeigengeschäft verlagert sich zugunsten der Online-Medien. Mit zusätzlichen Web-Angeboten können die Verluste der Print-Ausgaben jedoch nicht aufgefangen werden. Auch im Internet ist nicht alles eitle Wonne. Hier gilt es Lösungen auf die Fragen zu finden, wie man Nutzer dazu bringt auf Anzeigen zu klicken oder wie man das Angebot hinsichtlich neuer Technologien erweitert.

Intelligente Anwendungen

Für Bilton hält die Nachrichtenzukunft intelligente Inhalte, intelligente Sensoren, vorlesende Avatare und interaktive Nachrichtenterminals bereit, die personalisierte Zeitungen bereitstellen. Statt die gedruckte Zeitung am Kiosk zu kaufen, werden die Nachrichten nach Biltons Vorstellung in Zukunft nur mehr aufs Handy, das Notebook, den E-Book Reader und den Fernsehbildschirm geliefert.

Lösung gegen die News-Überschwemmung

Dabei müsse noch eine Lösung dafür gefunden werden, dass Leser nicht mit ein und derselben Nachricht auf allen Geräten konfrontiert werden. "Wenn ich anfange etwas auf meinem Laptop zu lesen, wieso sollte ich es auf meinem Handy sehen, wenn ich es bereits gelesen habe?", so Bilton. Eine andere Idee ist, dass Nachrichten am Handy laut vorgelesen werden, wenn der Beschleunigungssensor des Geräts registriert, dass sich der Nutzer beispielsweise in einem Auto befindet.

Multimediale und interaktive Inhalte

Anwendungen wie der neue Adobe Air-Reader der International Herald Tribune sollen das Seitenlayout an die jeweilige Bildschirmgröße anpassen und einen besseren Überblick auf Nachrichten geben. Damit soll das Zeitungslesen nicht nur auf Smartphones, sondern auch auf den derzeit so beliebten Netbooks komfortabler werden. Zudem sollen Artikel stärker mit anderen Inhalten wie Videos, hochauflösenden Bildern oder Straßenkarten ergänzet werden. Bilton arbeitet bei der New York Times an einer Anwendung, die Lesern nur für sie interessante Meldungen anzeigen soll und die Möglichkeit gibt, Nachrichtenvideos zu speichern.

Dass gedruckte Zeitungen irgendwann vollkommen von der Bildfläche verschwinden, glaubt Bilton indes nicht. So etwas sei auch in der Vergangenheit durch Einführung neuer Technologien nicht passiert. (red)

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    "Papier ist nur ein Mittel zum Zweck", sagt NYT-Redakteur Nick Bilton.

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