Infineon kündigt Kurzarbeit in Graz und Villach an

11. März 2009, 18:07
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Betroffen sind 1.400 von insgesamt 2.300 Mitarbeitern - Weniger Geld für Manager

Wien -Der angeschlagene deutsche Chiphersteller Infineon weitet die Kurzarbeit aus. Ab April wird nicht nur in München weniger gearbeitet, sondern auch in Österreich.
Die Regelung gilt für 1400 der rund 2300 Mitarbeiter in Villach und Graz. Sie müssen ihre Arbeitszeit im Schnitt um 20 Prozent reduzieren. An den Infineon-Standorten in Klagenfurt und Linz werden Pauschalen für Überstunden gekürzt. Ähnliches gilt für die verbliebenen Leiharbeiter und für die nicht von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter in Villach und Graz.

Konzernmanager ebenfalls betroffen

Die Maßnahme diene der Bewältigung der Krise und Absicherung der Arbeitsplätze, ließ der Infineon Austria-Vorstand wissen. Die Konzernmanager seien vom Sparpaket ebenfalls betroffen: Sie sollen ihren Beitrag durch unbezahlten Urlaub leisten. Das bedeute für sie um bis zu 15 Prozent weniger Gehalt.
Robert Müllneritsch arbeitet seit 27 Jahren im Konzern, vier Krisen hat er miterlebt, erzählt er dem Standard. Die aktuelle sei wohl die schwerste. Die Entscheidung über die Kurzarbeit habe in Österreich unter der Belegschaft dennoch für Erleichterung gesorgt, ist sich der Betriebsrat sicher. Die Alternative wäre weiterer Jobabbau gewesen.

300 Stellen gestrichen

Infineon hat seit Sommer in Österreich 300 Stellen gestrichen, es traf Zeitarbeiter wie Stammpersonal. Mit der über ein halbes Jahr andauernden Kurzarbeit ist nun eine Beschäftigungsgarantie für ein Jahr verbunden. Der Umsatz von Infineon brach im vierten Quartal 2008 um knapp 30 Prozent ein. Seither habe sich der Markt wieder etwas erholt, sagt Müllneritsch. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.3.2009)

 

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