Tiefer Ölpreis trifft Ternitz

11. März 2009, 17:44
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Umsatz- und Ergebnisrückgang 2009 erwartet - 2008 um 22 Prozent mehr Umsatz, 14 Prozent höheres Vorsteuer-Ergebnis - Neue Standorte in Vietnam und Brasilien

Wien - Die Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment (SBO), Ausrüster der internationalen Ölbohrindustrie und führend bei der Herstellung von Hochpräzisionsteilen für Bohrgestänge, spürt nach einem Rekordjahr 2008 den Wirtschaftsabschwung nun umso stärker. In den ersten Monaten 2009 habe man so gut wie keine Neuaufträge abgeschlossen werden können, man lebe von den Reserven, berichtete SBO-Vorstandschef Gerhard Grohmann am Dienstag.

Die Reserven, das sind die Aufträge, die im Vorjahr in die Bücher genommen wurden. Der Auftragsstand belief sich per Ende 2008 auf 214 Mio. Euro, verglichen mit 249 Mio. Euro zwölf Monate davor. Die Lieferzeiten, die in der Boomphase bis zu einem Jahr betragen haben, sind auf drei bis sechs Monate zurückgegangen. Der niedrige Ölpreis hat weltweit zu Verschiebungen von Ölbohrprojekten geführt.
Vom Nachfragerückgang sei das gesamte Produktportfolio betroffen, am wenigsten noch die jüngste Sparte, die Motoren zum Antrieb der Bohrmeißel, sagte Grohmann. Nun versucht man, durch Überstundenstopp, Abbau von Gutstunden und Verschiebung von Investitionen die Krise zu durchtauchen. In Ternitz, wo Ende 2008 gut 400 der weltweit knapp 1400 Mitarbeiter beschäftigt waren, wurden inzwischen 20 Arbeitskräfte abgebaut, in Nordamerika 80 (von 640).

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat SBO bei einem um 22 Prozent auf 388,7 Mio. Euro erhöhten Umsatz ein Ergebnis vor Steuern von 72,5 Mio. Euro (plus 14 Prozent) erziehlt. Die Dividende wird von 1,10 Euro auf 0,75 Euro gesenkt. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.3.2009)

 

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