UBS-Verlust höher als angenommen

11. März 2009, 08:38
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Wegen Steuerdeal mit den USA und Wertpapierbewertung - zehn Millionen Franken für Verwaltungsräte, neun Millionen für Konzernleitung

Zürich - Das Geschäftsjahr 2008 hat bei der UBS ein noch größeres Loch hinterlassen als im Februar publiziert. Die Großbank korrigierte ihren Verlust von 19,697 auf 20,887 Mrd. Schweizer Franken (14,2 Mrd. Euro) nach oben.

Hauptgrund für die Differenz von 1,19 Mrd. Franken ist laut dem am Mittwoch vorgelegten Geschäftsbericht der inzwischen geschlossene Steuerdeal mit den US-Behörden, bei dem die UBS eine Strafe von 780  Mio. Dollar (610 Mio. Euro) zahlt.

Zudem hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) Anfang Monat die Bewertung jener Wertpapiere festgelegt, die die UBS noch nicht an die SNB-Zweckgesellschaft übertragen hat. Diese beiden Belastungen seien nun bis auf rund 100 Mio. Franken vollständig dem Abschluss 2008 angelastet worden.

Wie die UBS in ihrem Geschäftsbericht weiter offenlegt, erhielt die Konzernleitung 2008 eine Gesamtentschädigung von 9,09 Mio. Franken, im Vorjahr waren es 39,05 Mio. Franken gewesen.

Hinzu kommen 2,1 Mio. Franken für die ausgeschiedenen Konzernleitungsmitglieder Peter Kurer, Marco Suter und Joe Scoby. Im Vorjahr hatten die drei abgetretenen Konzernleitungsmitglieder Huw Jenkins, Clive Standish und Peter Wuffli noch 32,99 Mio. Franken erhalten. Teile davon wurden inzwischen zurückgezahlt.

Topverdiener im Management war 2008 Konzernchef Marcel Rohner, der 1,81 Mio. Franken bezog. Die gesamte Konzernleitung erhielt wie angekündigt keinen Bonus.

Der Verwaltungsrat bezog 2008 insgesamt Vergütungen von 10,27 Mio. Franken. 2007 hatte das Gremium 11,47 Mio. Franken erhalten. Für das vergangene Jahr werden 17 Bezüger ausgewiesen, 2007 waren es 12 gewesen.

Der letzten April ausgeschiedene Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel bezog für 2008 noch rund 834.000 Franken. Einzelne Verwaltungsräte konnten ihre Vergütungen erhöhen, so etwa Vizepräsident Sergio Marchionne oder Ernesto Bertarelli.

Die UBS bezeichnet die Lage an den Finanzmärkten im Bericht als weiterhin schwierig. Die Bank sei nach wie vor mit illiquiden und volatilen Märkten konfrontiert. Die Erträge würden deshalb wahrscheinlich noch einige Zeit stark schwanken. Der kurzfristige Ausblick sei daher von größter Vorsicht geprägt.

2009 wolle die UBS die Finanzkraft stärken, indem sie die Risikopositionen, die Bilanzsumme und die Betriebskosten weiter reduziere, bekräftigte die Großbank frühere Angaben. (APA/sda)

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