Mugabe bei Trauerfeier für Tsvangirais Frau

10. März 2009, 21:48
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Tausende verabschiedeten sich in Harare - Präsident macht "Hand Gottes" für Unfalltod verantwortlich - Beerdigung am Mittwoch

Harare - Tausende Simbabwesen haben am Dienstag in einem Stadion von Harare Abschied von der bei einem Autounfall getöteten Frau des neuen Ministerpräsidenten Morgan Tsvangirai genommen. Simbabwes autokratisch regierender Präsident Robert Mugabe äußerte sich bei einer öffentlichen Zeremonie für Susan Tsvangirai in einer Methodistenkirche erstmals öffentlich über den Unfall, für den er "die Hand Gottes" verantwortlich machte. Regierungschef Tsvangirai äußerte sich nicht. Er hatte jedoch am Montag einen Mordanschlag ausgeschlossen.

Es werde Tsvangirai Zeit kosten, sich von dem Schock zu erholen, sagte Mugabe. "Ich bitte darum, es zu akzeptieren, es liegt in der Hand Gottes", fügte er hinzu. Mugabe sagte weiter, es sei Zeit für Simbabwe, die Gewalt hinter sich zu lassen.

Aufbahrung

Susan Tsvangirai war in dem Haus der Familie in Harare aufgebahrt. Etwa zehntausend Menschen versammelten sich in dem Stadion zu der Trauerfeier, wo Tsvangirai am 11. Februar nach seiner Ernennung zum Premierminister eine Rede vor seinen Anhängern gehalten hatte. Am Mittwoch soll die 50-Jährige in ihrer Heimatstadt Buhera beerdigt werden. Sie hatte eine karitative Organisation zum Kampf gegen Aids gegründet.

Die Tsvangirais waren 31 Jahre verheiratet und bekamen sechs Kinder. "Ich möchte Gott danken, dass er es mir erlaubt hat, 31 Jahre mit meiner Frau zusammenzuleben", hatte Tsvangirai nach seiner Rückkehr aus Botsuana gesagt, wo er am Wochenende medizinisch von Ärzten untersucht worden war.

Der Geländewagen des Politikers war am Freitag bei Harare mit einem Lastwagen zusammengestoßen. Die näheren Umstände des Unfalls blieben unklar. Der Unglücksfahrer war am Montag gegen Kaution freigelassen worden. Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) forderte eine unabhängige Untersuchung. Der einstige Oppositionsführer überlebte nach eigenen Angaben bereits vier Attentatsversuche. Er hatte sich monatelang einen Machtkampf mit Mugabe geliefert, bevor im Februar schließlich eine Einheitsregierung gebildet und Tsvangirai zum Regierungschef ernannt wurde.

Das Land, das sich in der schwersten Krise seiner Geschichte befindet, benötigt nach Angaben der Regierung mindestens zwei Milliarden US-Dollar (1,56 Mrd. Euro) für den Wiederaufbau. Finanzexperten des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank prüfen zur Zeit den Finanzbedarf Simbabwes. Nach Medienberichten hat der IWF dem Land "umgehende" Hilfe zugesagt. Er wolle im nächsten Monat über ein Hilfspaket sprechen. Die Regierung Simbabwes schuldet dem IWF 300 Millionen Dollar, die gesamte Auslandsverschuldung beträgt fünf Milliarden Dollar. (APA/dpa)

 

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