Tote Österreicherin geborgen

11. März 2009, 15:21
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Vier weitere Leichen gefunden - Taucher sind bis zum Bootswrack vorgedrungen - mit Video

Nach dem Bootsunglück vor der thailändischen Urlauberinsel Phuket in der Nacht auf Montag, ist die Leiche der Oberösterreicherin Gabriele J. aus Linz von Angehörigen identifiziert worden, bestätigte das Außenministerium. Mittwochvormittag sind von Tauchern vier weitere Leichen entdeckt worden, die am Donnerstag geborgen werden sollen. Die Taucher sind bis zum Bootswrack vorgedrungen.Ob die beiden weiter als vermisst geltenden Österreicher unter den Gefundenen sind, werde sich frühestens am Donnerstag zeigen. Angehörige des in Wien ansässigen Tirolers Klaus K. und der in München lebenden Österreicherin Monika Sch. befinden sich am Unglücksort und werden von Mitarbeitern der österreichischen Botschaft betreut.

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Am Mittwoch werde die Suche nach den sechs weiterhin Vermissten fortgesetzt, gab eine Sprecherin des Gouverneurs auf der thailändischen Ferieninsel Phuket dem STANDARD am Dienstag bekannt. Zugleich bestätigte sie die Bergung einer Frauenleiche nach dem Bootsunglück vor Phuket. "Sie ist Österreicherin", sagte die Sprecherin. Lokale Medien berichteten, dass es sich um Gabriele J. aus Linz handelte. Das Außenamt und die österreichische Botschaft in Bangkok bestätigten die Identität der Toten bis Dienstagabend (Ortszeit) hingegen nicht.

30 Personen, vorwiegend Touristen aus Europa und Asien sowie die thailändische Besatzung der "Choke Somboon", befanden sich Sonntagnacht auf dem Rückweg von einem Tauchausflug auf die Similan-Inseln, als überraschend ein Wirbelsturm aufzog und das Schiff zum Kentern brachte. 23 Menschen harrten auf Rettungsinseln aus. Sie wurden nahezu unverletzt von herbeieilenden Booten an Bord genommen.

Angehörige in Phuket

Unter den sechs nach wie vor Vermissten befinden sich nach Berichten noch weitere zwei Österreicher: der in Wien ansässige Tiroler Klaus K. und die in München lebende Monika Sch. Zum Teil sind bereits Angehörige von ihnen in Phuket eingetroffen. Sie wurden von einer Vertreterin der österreichischen Botschaft in Empfang genommen. Ihnen wird bei allfälligen Formalitäten geholfen.

Dienstagnachmittag konnte das Schiff im Meer geortet werden. Spezialtaucher begannen mit dessen Untersuchung am Meeresgrund. Man wisse nicht, in welchem Zustand es sei, erzählte Jürgen Schenker, Teilhaber des Tauchunternehmens "Dive Asia", das den Ausflug organisiert hatte. Er räumte ein, dass womöglich Tote darin sein könnten. "Aber wir gehen nach wie vor von Überlebenden aus", betonte Schenker. "In dem warmen Meer besteht eine reelle Chance, drei bis vier Tage zu überleben." Eine Ansicht, die von der Marinepolizei prinzipiell geteilt wird - unter der Bedingung, dass man Frischwasser zu trinken habe.

"Es ist ein Rätsel," sagte Schenker, warum die "Choke Somboon" so rasch untergegangen sei. Das fast 30 Meter lange, moderne Schiff hätte einen Sturm aushalten müssen. Kapitän Chakri Leechuay sagte bei der Polizei aus, er sei sich zwar bewusst gewesen, dass ein Sturm nahte, dieser sei aber überraschend schnell herangezogen. Er habe keine Chance gehabt, "das Boot in den Wind zu drehen," erklärte Schiffseigner Schenker. Eine erste Welle habe das Boot an der Breitseite getroffen und im Kreis gedreht, die zweite Welle habe es versenkt. Der Kapitän konnte gerade noch einen Notruf absetzen.

Schwere Wirbelstürme sind über der Andamanensee um diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Erst Ende April des vorigen Jahres hatte sich dort der Zyklon "Nargis" aufgetürmt, ehe er über Burmas Irrawaddy-Delta niederging. (Andrea Waldbrunner aus Bangkok, DER STANDARD; Printausgabe, 11.3.2009)

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  • Thailändische Hilfskräfte tragen die am Dienstag nach dem Schiffunglück vor Phuket geborgene Leiche an Land. Am Nachmittag wurde das Tauchboot am Meeresgrund geortet und erstmals untersucht.
    epa/yongyot pruksarak

    Thailändische Hilfskräfte tragen die am Dienstag nach dem Schiffunglück vor Phuket geborgene Leiche an Land. Am Nachmittag wurde das Tauchboot am Meeresgrund geortet und erstmals untersucht.

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