Simulatortraining für Ärzte

10. März 2009, 19:17
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Mediziner fordert ständige Nachschulungen für Spitalsmitarbeiter

Wien - "In der Luftfahrt hat man zuallererst erkannt, dass die menschliche Fehlbarkeit unumgänglich ist", sagt Norbert Pateisky, der Leiter der Abteilung für Klinisches Risikomanagement an der Uni-Klinik für Frauenheilkunde. Davon könnte sich das Gesundheitswesen einiges abschauen.

Zu den Zahlen, die der Journalist Kurt Langbein in seinem Buch "Verschlusssache Medizin" nennt - jährlich 25.000 Behandlungsfehler in heimischen Krankenhäusern und 2500 Menschen, die an den Folgen sterben -, sagt Pateisky: "Wenn die Zahlen für andere Länder gelten, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass es in Österreich anders ist. Was ihn besonders störe, sei das "Mauern" und die Haltung: "Bei uns ist alles besser".

Wie lassen sich aber nun im Krankenhausalltag Fehler so gut wie möglich vermeiden? Ein Faktor sei Kommunikationstraining, schildert Pateisky im Gespräch mit dem Standard. "Wann muss ich in einer Stresssituation Anweisungen wiederholen, wann muss ich eine Antwort auf die Anweisung einfordern." Korrekte Briefings, Checklisten seien wichtige Instrumente, "die man beherrschen muss, und dazu ist ständiges Training nötig". Piloten würden ja auch ihr Leben lang immer wieder am Flugsimulator trainieren.


Zufriedene Wiener

Im Wiener Rathaus präsentierte Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP) am Dienstag eine Studie, aus der hervorgeht, dass 86 Prozent der Wiener mit der Gesundheitsversorgung zufrieden sind. Dass die Veröffentlichung der Ergebnisse mit der Diskussion um mögliche Mängel im Spitalswesen zusammenfällt, ist laut Wehsely "reiner Zufall". "Der Termin für die Präsentation stand vor Wochen fest." Die vom Wiener Institut für Strategieanalysen durchgeführte repräsentative Umfrage erhob die Einstellungen der Wiener zum Gesundheitswesen.

"Nur elf Prozent der Befragten gaben an, mit dem Gesundheitssystem wenig zufrieden zu sein", sagt Institutsleiter Peter Filzmaier. Besonders wichtig seien den Befragten neben der professionellen medizinischen Versorgung kurze OP-Wartezeiten und umfassende Information.

Laut Gesundheitsstadträtin werde man sich diesbezüglich künftig noch mehr bemühen. Dass sich in den letzten Jahren im Wiener Spitalswesen einiges verbessert hat, gibt auch VP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec zu. "Es gibt aber noch immer einiges zu tun. Von einer flächendeckenden, transparenten Terminvergabe bei OPs ist man zum Beispiel noch weit entfernt." (fern, stem, DER STANDARD, Printausgabe, 11.3.2009)

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