Heroin-Epidemie in Asien

10. März 2009, 19:13
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EU-Studie: Drogenprobleme wachsen in armen Ländern

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Drogensituation vor allem in reichen Ländern verbessert, in ärmeren Staaten dagegen verschlechtert. Das geht aus einer am Dienstag in Wien präsentierten weltweiten Studie der EU-Kommission über die Jahre 1998 bis 2007 hervor.

Die Preise für Drogen sind in den meisten westlichen Ländern seit 1998 um zehn bis 30 Prozent gefallen, obwohl Dealer in einigen Ländern härter bestraft werden. Drastisch gestiegen ist die Produktion von Rohopium, aus dem etwa Heroin gewonnen wird: Waren es 1998 nach Schätzungen der UNO noch 4346 Tonnen, betrug die weltweite Gesamtproduktion 2007 etwa das Doppelte. Bei Kokain, das vor allem in Kolumbien produziert wird, waren es 1998 laut UNO 825 Tonnen, 2007 994 Tonnen.

Während Europa, Australien und die USA weniger Heroinkonsumenten verzeichnen, nimmt die Zahl der Süchtigen in ärmeren Ländern zu. Eine gravierende Entwicklung gab es in der Russischen Föderation: Die Prävalenz liegt bei 1,6 Prozent der Bevölkerung, was 1,5 Millionen Menschen bedeutet. Ähnlich sind die Raten in Zentralasien. China hatte in den späten 1990er Jahren eine regelrechte Heroin-Epidemie zu verzeichnen. Die höchste Krankheitshäufigkeit weist der Iran auf, wo 2,8 Prozent der Bevölkerung Heroin konsumieren. Global rückläufig ist Cannabis. (APA, DER STANDARD; Printausgabe, 11.3.2009)

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