Was ein intelligenter Kran alles kann

10. März 2009, 18:52
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Die besten Projekte des FIT-IT-Forschungsprogramms wurden vergangene Woche ausgezeichnet

Intelligente Analysemethoden für Videoüberwachungen, schnellere Übertragungsraten für die sogenannte Near Field Communication (NFC) und neue Wege, RFID-Chips "abhörsicher" zu machen: Das sind drei durch das Förderprogramm FIT-IT finanzierte Projekte, die vergangene Woche bei einer Veranstaltung im Wiener Technischen Museum ausgezeichnet wurden.

2008 wurden 35 Projekte mit rund zwölf Mio. Euro gefördert. In der Programmlinie "Embedded Systems" gewann das Projekt "CLIC - Closed-Loop Integration of Cognition, Communication and Control". Durch die Koppelung von Echtzeitbilderfassung und Bewegungssteuerung sollen automatisierte Prozesse flüssiger und effizienter ablaufen. In einem Demonstrationsprojekt soll laut dem beteiligten Wiener Hightech-Unternehmen TTTech ein autonomer Kran per Kamera erkennen können, wann ein Lkw ankommt, und diesen beladen, ohne dass er anhalten oder warten muss. Projektpartner sind neben TTTech die Universität Klagenfurt und die Technische Universität Wien.

Unter den Projekten der Programmlinie "Semantic Systems and Services" setzte sich "Magnificent - Multifaceted Analysis of News Articles for Intelligent User Context-Sensitive Presentation" durch. Dabei wollen das Österreichische Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (ÖFAI) und derStandard.at neue Wege finden, die Inhalte von Online-Medien auf den Leser zuzuschneiden. Dies soll einerseits anhand der Modellierung des typischen Leseflusses eines Benutzers geschehen, andererseits auf dessen Präferenz für bestimmte Artikel beruhen.

Unter den "Systems on Chip"-Projekten wurde "VHD - Very High Data Rates" zum Sieger gekürt. Die Projektpartner NXP Semiconductors, TU Graz, FH Oberösterreich und Universität Klagenfurt haben sich zum Ziel gesetzt, die Datenübertragung von kontaktlosen Smartcards und bei der "Near Field Communication" deutlich zu beschleunigen. Damit soll auch die Übermittlung von größeren Datenmengen, wie etwa die eines Fingerabdrucks bei neuen elektronischen Reisepässen, in weniger als 30 Millisekunden möglich sein. Bisher würde das noch mehrere Sekunden dauern, erklärte ein Projektmitarbeiter der Uni Klagenfurt.

Überwachung analysieren

Im Bereich "Visual Computing" gewann das Projekt "Outlier - Online and UnaTtended Learning for Implicit Event Recognition". Im Rahmen des Projekts werden neue Analysemethoden für Videoüberwachungssysteme erforscht. Dadurch sollen ungewöhnliche Situationen auf öffentlichen Plätzen und im Verkehrsbereich automatisch von einem Computerprogramm erkannt werden. Projektpartner sind Joanneum Research, TU Graz und Siemens.

Das Siegerprojekt in der Programmlinie "Trust in IT-Systems" will RFID-Chips sicherer vor einem unautorisierten Datenabruf machen. Bei "Puckmaes - Physically UnCloneable Keymaterial Extraction on Silicon" untersuchen der Halbleiterkonzern Infineon und die Technische Universität Graz Wege, aus kleinsten Schwankungen von Materialeigenschaften, die sich bei der Herstellung von Chips ergeben, kryptografische Schlüssel zu generieren.

Nach Angaben der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die das Programm im Auftrag des Infrastrukturministeriums abwickelt, fließen mit der Fördersumme von zwölf Mio. Euro und den Eigenmitteln der beteiligten Unternehmen insgesamt 18,8 Mio. Euro in die aktuellen FIT-IT-Projekte. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 11.3.2008)

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