Jugend forscht und wird gefördert

10. März 2009, 18:42
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Das Programm "Generation Innovation" will aber über den schulischen Bereich hinausgehen

Es gibt nicht wenige Initiativen, um Kinder und Jugendliche mehr als bisher für Wissenschaft und Forschung zu begeistern. Wirtschafts- und Unterrichtsministerium schreiben den Preis "Jugend innovativ" aus, um den Erfindergeist zu fördern. Das Wissenschaftsministerium bietet das Programm "Sparkling Science" an. Erst im Vorjahr kreierte das Infrastrukturministerium das Programm "Forschung macht Schule". Schüler konnten sich um Praktikumsplätze in Forschungseinrichtungen und Instituten bewerben.

Kürzlich verlieh man dem Programm einen knackigen neuen Namen, "Generation Innovation", und bietet nun auch mehr Inhalt. Die Programmverantwortlichen wollen über den schulischen Bereich hinausgehen. Grundgedanke bleibt "der Umstand, dass es in Österreich an Nachwuchs für die Bereiche Forschung, Technologie und Innovation fehlt", sagte Infrastrukturministerin Doris Bures bei der Präsentation. Mit "Generation Innovation" wolle man das Bewusstsein schaffen, "dass eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung die Berufs- und Lebenschancen deutlich verbessert." Im Fokus des Angebots steht dabei die verstärkte Förderung von Mädchen.

Zu den wichtigsten Maßnahmen der Initiative zählen nach wie vor Praktika für Schülerinnen und Schüler, aber auch die Intensivierung von Bildungsprogrammen in den Regionen und ein Mentorinnenprogramm, um Mädchen bei der Studien- und Berufswahl zu begleiten. 180 Expertinnen aus der Datenbank des Initiative Femtech wollen sich zur Verfügung stellen. Nicht weniger als hundert Mentoring-Partnerschaften sind geplant.

Bildungseinrichtungen können für die Umsetzung innovativer Projekte Forschungsschecks in der Höhe von 300 bis 1000 Euro beantragen. Im Rahmen von "Forschung macht Schule" haben 2008 bereits 157 Schulen und Kindergärten die Forschungsschecks für ihre Projekte erhalten. Ein vergleichbares Modell gebe es bisher in der Europäischen Union nicht, sagt Gertraud Oberzaucher vom Infrastrukturministerium. Die Idee für Generation Innovation stamme aus Norwegen, wo es ein ähnliches Modell gebe, was allerdings aufgrund der geografischen Lage Norwegens seinen Schwerpunkt vor allem auf der Regionalentwicklung habe.

Bereits im Rahmen des Projektes "Forschung macht Schule" wurden viele Praktika für Schülerinnen und Schüler bei Unternehmen und Forschungseinrichtungen vergeben. 2008 standen dafür 517 Praktikumsplätze zur Verfügung. Laut den Projektverantwortlichen soll diese Zahl in diesem Jahr auf bis zu 1000 erhöht werden.
Befragung der Praktikanten

Das Ministerium hat die Praktikanten und Praktikantinnen aus dem Vorjahr befragt. Die Bilanz ist positiv und wird daher auch gerne präsentiert: Nach den Erhebungen waren 97 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit ihrem Praktikum zufrieden. Außerdem sei das Interesse an naturwissenschaftlichen Themen bei jedem Zweiten um knapp die Hälfte gestiegen. 86 Prozent sagten, sie konnten sich nützliches Wissen aneignen. 75 Prozent haben nun einen besseren Einblick in die Welt der Forschung. Und immerhin 65 Prozent können sich sogar vorstellen, einen Beruf in der Forschung zu ergreifen. "Das Praktikum hat sich gelohnt, weil mir ein Einblick in den beruflichen Ablauf eines in der Forschung tätigen Biochemikers beziehungsweise Mediziners gewährt wurde." Viele Schüler äußerten sich ähnlich.

Wer sich heuer für einen Praktikumsplatz interessiert, kann sich dafür auf der Homepage des Projektes unter www.generation-innova tion.at bewerben. Die Chancen, einen Platz zu bekommen, sind, wie es heißt, sehr gut: "Im vergangenen Jahr haben fast alle Bewerber auch einen Platz erhalten." (Antje Schmid/DER STANDARD, Printausgabe, 11.3.2008)

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