Reportage

Tshi Pi, Medea und ihre etwas andere Schule

10. März 2009, 17:43
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    foto: standard/cremer

    Mathematik-Unterricht in der Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau (ILB) mit "Lernbegleiterin" Christiana Pock-Rosei.

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    Die Kinder nennen Josef Reichmayr "Tshi Pi" , dabei ist er Direktor der Schule - in dieser darf man ihn sogar beim Essen umarmen.

    Cremers Photoblog: Die Schule geht weiter

Reden wir über die Schule: Ein Besuch in der "Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau" - Szenen eines Schultags

 Ja, geht das denn?! Dass die Lehrerinnen und Lehrer zwei Stunden mehr unterrichten, wie die Bildungsministerin fordert. Der Standard fragte die Betroffenen, wie es denn so in der Schule gehe. Szenen eines Schultags.

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Wien - "Was ist Dividieren?" , fragt Christiana Pock-Rosei die drei Mädchen, die am Boden auf Sitzkissen knotzen. "Gerechtes Teilen" , rufen die Schülerinnen und rechnen. Die vier sind ganz bei sich im Lernzimmer der "Stammgruppe E" . In einer anderen Ecke sitzen zwei Mädchen und arbeiten leise mit Bleistift und Papier. "Die Größeren machen Mathe, die Kleinen Deutsch" , erklärt Medea.

Die größeren Kinder? Die Kleinen? In einer Klasse? Ja. Das geht. Es ist eine etwas andere Schule, die der Standard für einen Besuch in bildungspolitisch aufgewühlten Zeiten ausgesucht hat. Die "Integrative Lernwerkstatt Brigittenau" (ILB) gibt es seit 1998, und vieles, was es in anderen Schulen gibt, gibt es in dieser öffentlichen Volksschule nicht. Zum Beispiel Klassen mit gleichaltrigen Kindern. Zwar ist die Schule von 220 Fünfeinhalb- bis Elfjährigen bevölkert, aber sie sind alle bunt gemischt in zehn "Stammgruppen" mit Buchstabenzusatz. Statt "ich bin in der 4." sagt Dilara: "Ich gehe in die E."

Der Bildungsjargon nennt das "Mehrstufenklassen" , in der ILB sind sie dazu integrativ mit Kindern nichtdeutscher Muttersprache oder besonderen Bedürfnissen und Handicaps (z. B. Kinder mit Down-Syndrom) und reformpädagogisch (z. B. Montessori) geführt.
Etwas sucht man an der ILB noch vergeblich: "Lehrer" . Dort heißen alle Pädagoginnen (von den insgesamt 55 sind sieben Männer), egal, ob sie vormittags als Lehrende oder nachmittags als Erziehende arbeiten, "Lernbegleiterinnen" , und in jeder Stammgruppe sind immer zwei bis drei von ihnen anwesend.

Drei PCs für 55 Pädagogen

Die Kinder beim Lernen begleiten und zwei Stunden mehr unterrichten, wie sich Ministerin Claudia Schmied das vorstellt, geht das denn? "Es darf jeder kommen und schauen, was hinter den Kulissen abläuft" , sagt Lernbegleiterin Doris Wosyka-Liebsch: "Wir arbeiten sicher doppelt und dreifach." Ihr Wunsch: "Qualitätsverbesserung. Man müsste genug Ressourcen schaffen, dass man die Kinder wirklich gut betreuen kann."

"Mein eigentlicher Arbeitsplatz ist in meiner Wohnung" , erzählt Verena Corazza von der "G" . Für die Volksschullehrerin ist es "nicht unvorstellbar, dass Lehrer prinzipiell länger in der Schule sind - wenn Arbeitsplätze geschaffen sind. Wir haben hier nicht einmal einen Tisch, und es gibt drei Computer für über 50 Leute." Nur zwei davon haben Internetanschluss.

Wenn sich im ILB-Haus im 20. Bezirk das gesamte pädagogische Personal zu einer Besprechung treffen will, dann müssen die Tische hinausgeräumt werden, damit wenigstens für alle ein Sessel Platz hat. Immerhin, ein schmales Postfach für jede/n ist inklusive.
Was die 50-Jährige in der aktuellen Debatte noch vermisst, ist, "dass es dem Schulsystem sehr gut täte, wenn man auch junge Lehrerinnen reinlassen und für sie Arbeitsplätze schaffen würde."
Ihre Arbeitszeit mag Corazza erst gar nicht in irgendwelchen Unterrichtshappen berechnen. "An so einer innovativen Schule arbeitet man sicher mehr als 40 Stunden." Unterricht, Vorbereitung, wöchentliche Teambesprechung, Supervision, Elterngespräche - und Schulentwicklung. Denn die ILB wird ab Herbst aufgestockt. Dann können die Kinder bis 14 bleiben. Die ILB wird also eine Gesamtschule. Und keiner dort fürchtet sich davor, im Gegenteil. "Die furchtbare Trennung mit zehn Jahren bleibt den Kindern erspart."

Erspart bleibt den Kindern in der Lernwerkstatt auch das permanente Klingeln nach 50 Minuten. Es gibt einen Lernblock am Vormittag, von 8.30 bis 10 Uhr, dann eine halbe Stunde Pause, weiter geht's mit spielerischem Lernen bis Mittag. Wer mag, kann in der Schule essen. Malu mampfte am Montag Fleischbällchen mit Tomatensoße. Ein gesundes Salatbuffet ist wie Obst obligat, erzählt Anke Schütte vom ILB-Serviceteam, auch bei Tisch wird fürs Leben gelernt: "Unsere Kinder können das ganz toll, ihre Portionen so zu bestellen, dass ganz wenig im Mistkübel landet."

Nur Unterricht genügt nicht

Danach kommen die Nachmittags-Lernbegleiterinnen mit ihrem täglich neuen Programm (Sprachförderung, Ausflüge, Lernstunden, Kinderdisco, Werken etc.) dran. Mülkyie Kapan ist eine von ihnen. Sie sagt zur Schuldebatte: "Das ist eine Katastrophe für die Bildung. Da darf man nicht sparen, sondern muss investieren. Nur Unterricht ist ja auch nicht genug. In der Schule soll viel mehr passieren. Sport zum Beispiel fehlt den Kindern - und genau da sparen sie."

Zum "Schul-Haus" der ILB gehören auch die Eltern. Für Karl Dwulit, als Elternvereinsvorstand zuständig für Schulentwicklung, "ist die Diskussion um zwei zusätzliche Unterrichtsstunden für Lehrer nicht nachvollziehbar, weil ich an dieser Schule Stundenzähler nicht wirklich entdeckt habe" , sagt Dwulit. Er hält Modelle wie die ILB für "ein Fallbeispiel, wie man auch innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen etwas schaffen kann, das den Kindern guttut" . Und darum müsse es doch primär gehen.

Einer wirkt in der Werkstatt des Lernens wie das gravitätische Zentrum trotz oder vielleicht gerade wegen seiner quirligen Omnipräsenz im Schulhaus. Die Kinder nennen ihn "Tshi Pi" , fallen ihm beim Essen lachend um den Hals, lassen sich weinend von ihm trösten, wenn sie "ein schlimmer Bub geboxt hat" - "Tshi Pi" alias Josef Reichmayr ist der Direktor der ILB, und der Kosename ein Relikt aus dessen Jugendzeit in Graz.

"Aberwitziger Zentralismus"

Mehr als die zwei Mehrunterrichtsstunden für Lehrer ärgern Direktor Reichmayr alte Konstruktionsfehler des Schulsystems: "Der aberwitzige Zentralismus vergällt vielen Energie und Engagement. Darüber sollten wir endlich reden." Darüber etwa, dass Schulen hierzulande ihre Lehrerinnen und Lehrer noch immer von oben "zugewiesen" bekommen. "Ohne gelebte Autonomie gehen halt viele in die Depression, wenn die Schulen unmündig gehalten werden" , sagt Reichmayr. Immerhin, unter Ministerin Schmied habe es doch "eine spürbare Entspannung auf der Personalebene gegeben" .

Zurück bei Medea und Dilara. Vor dem Heimgehen noch ein Blick auf die aufgehängten "Gefühlsgesichter" . Morgens stecken die Kinder der Stammgruppe E eine Wäscheklammer mit ihrem Namen zu jenem färbigen Smiley, der ihre Befindlichkeit am besten ausdrückt. "Glücklich" gelb, "ängstlich" rosa, "traurig" blau oder "wütend" rot. Dilara nimmt ihre Klammer vom blauen Band und klemmt sie auf Gelb.

Sie hat an diesem Tag nicht nur Deutsch gehabt und einen Brief geschrieben - sie hat die Schule fröhlicher verlassen, als sie am Morgen war. Vielleicht ist es das, was gelungene Schule ausmacht. (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD Printausgabe, 11. März 2009)

Kommentar posten
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Jake Gittes
00
31.7.2009, 08:35

Artikel Josef Pröll schicken.

Nein. Sinnlos.

Sam Deer
 
10
16.3.2009, 06:52
Mit vollen Hosen ist gut stinken!

55 PädagogInnen für 220 Kinder ist ein stolzer Schlüssel.

Das entspricht so ungefähr dem was allen VSn zur Verügung stehen sollte. An unserem Standort (VS)werden 340 Kinder von 20 PädagogInnen betreut.

Also, Frau "Bildungs"minister, hier wäre ein Beispiel für Qualitätssteigerung die sie ja so gerne auf Ihre Fahnen heften wollen.

Was, geht nicht, weil kostet Geld? Nu, von nichts kommt nichts, Frau "Bildungs"minister.

Josef Reichmayr
11
17.3.2009, 02:53
bitte differenzieren - wir tun das ja in der schule auch!

ich möchte (als leiter der schule ILB) den eindruck korrigieren, dass wir mehr ressourcen haben als andere schulen mit diesem profil: wir haben 37 integrationskinder, fast die hälfte davon in der kategorie der sog. "schwerstbehinderten". dafür bekommen wir wie alle integrationsklassen in wien zusätzliche sonderpädagogInnen. nachmittags-team: wir haben die laut richtlinien des ssrw uns zustehenden ressourcen wie andere schulen auch. für unsere 10(wienweit bereits mehr als 80!) mehrstufenklassen bekommen wir vom stadtschulrat zusätzliche teamlehrerInnen-stunden, was ich sehr schätze! unter den 55 päd.Innen verbergen sich 5 religionslehrerInnen mit ganz wenigen stunden. tipp: fußnote der amtl.mitteilung GENAU lesen-> www.lernwerkstatt.or.at

Sam Deer
 
00
17.3.2009, 05:16
Lieber Tshi Pi,

das war keine Kritik an deinem Standort, im Gegenteil.

Es war lediglich der Hinweis darauf, dass qualitätvoller Unterricht, und um den geht es uns allen, einfach die nötigen Ressourcen erfordert, die uns von den Verantwortlichen leider nicht zur Verfügung gestellt werden (können), denn dies würde eine Verdopplung der VS-LehrerInnen-Dienstposten bedeuten. Dass dies unter den derzeit herrschenden budgetären Gegebenheiten wohl kaum zu erwarten ist, liegt auf der Hand.

LG Sam

Juergen Hoffmann
 
00
16.3.2009, 13:35
mit Nachmittagsbetreuung,

wohlgemerkt! Daher bleiben von den 55 gerade einmal etwa 30 "Lehrer"...

Thomas Zausner
00
15.3.2009, 18:58
Jederzeit wieder!

Wir hatten unsere beiden in der ILB und in der folgenden AHS wurde uns öfter als einmal mitgeteilt, dass Reife und Sozialkompetenz überdurchschnittlich seien. Der Übertritt war insofern nicht ganz leicht, als unser Großer, nun im 5ten Gym. immer noch wehmütig an "seine" Lieblingsschule zurückdenkt. Für uns ein sicheres Zeichen, dass diese so wichtigen Jahre bestmöglich verbracht wurden.
Hoffentlich folgen die Entscheidungsträger bald dem immer drängender werdenden Elternruf nach solcher Kind und Gesellschafts dienlichen Modellen !! Sie würden uns unendlich viele "Nachbesserungsarbeiten" später, (Gewalt, Drogen) ersparen.

zentralfriedhof2
02
12.3.2009, 20:09
35 PädagogInnen für 315 SchülerInnen

In unserer Ganztagsvolksschule in Wien werden 315 SchülerInnen von 35 PädagogInnen (LehrerInnen und FreizeitbetreuerInnen) betreut. Das ist Schulalltag in Wien!

dschungelbuch
00
11.3.2009, 23:01
sponsoren gesucht!

schon lange ist eine studie fällig, die untersuchen soll, wie es kindern in weiterführenden schulen geht, was sie brauchen, wie sinnvoll es ist mit 10 jahren zu wechseln, wie sich kinder die neue vorstellen, und vieles mehr. was fehlt? das geld! also, liebe politikerInnen und geldgeber: greift in eure töpfe und geldbörseln, kontaktiert josef reichmayr oder mich, da wir schon seit jahren über so eine studie nachdenken. zu meiner person: ich bin sozialpädagogin und kunsttherapeutin in ausbildung und war noch vor eröffnung der ilb obfrau vom elternverein. mein jüngerer sohn besuchte drei jahre die ilb, hatte übertrittsschwierigkeiten aber heute in der htl profitiert er sehr vom selbstbestimmten lernen!

barbarutta
00
19.3.2009, 18:48
studie nicht notwendig

meiner meinung nach ist es hinlänglich bewiesen, dass die trennung mit 10 jahren ein unsinn ist - pädagogisch und gesellschaftspolitisch. es gibt international nur zwei länder, die das machen: österreich und deutschland (und einige schweizer kantone, glaube ich).
man könnte sich an den positiven ergebnissen anderer
länder orientieren - da gibt es doch viele.
bis studien erstellt, ausgewertet sind.... vergehen wieder jahre.

dschungelbuch
00
11.3.2009, 22:37
mehr reform -weniger zentralistisches system

vor 10 jahren wurde die ilb gegründet. seit 10 jahren wird dort reformpädagogik gelebt - ohne frontalunterricht und besserwissende lehrer. seit 10 jahren gehen dort täglich kinder ein und wollen oft gar nicht mehr raus. vor 6 jahren habe ich eine studie in drei ahs schulen gemacht. es wurden insgesamt ca. 140 kinder zu sozialer kompetenz und befindlichkeit befragt. das ergebnis: kinder aus ehemaligen reformschulen hatten eine weitaus höhere soziale kompetenz und befindlichkeit.
woran liegt es wohl, dass die ilb bisher die einzige ihrer art in wien ist? wo sind die politiker, die beim eröffnungsfest und beim 10 jahre fest gelobt und versprochen haben, dass sich etwas ändert? es wird endlich zeit, dass sich raschest etwas ändert!

matty_at
00
11.3.2009, 15:31
Elterninitiative zum Ausbau von reformpädagogischen Schulplätzen in Wien

Um die ILB hat sich im November 2008 eine Elterninitative zusammengefunden, dessen Ziel der weitere Ausbau von (öffentlichen) reformpädagogischen Schulen in Wien ist. Neben aktuellen Informationen werden auch immer wieder Aktionen organisiert, die auf das fehlende Angebot aufmerksam machen sollen.

Sind Sie interessiert? Es gibt eine Newsgroup:

Sie können der google-group beitreten unter
http://groups.google.at/group/ilb... tive?hl=de

Oder schreiben Sie eine eMail an mathias.hauer@gmx.at
ich füge Sie gerne der Gruppe hinzu...

xtc333
00
11.3.2009, 14:44
Es gibt noch andere Schulen mit einem ähnlichem Konzept

Meine Tochter besucht gerade im 1. Jahr die Regenbogenschule in Liesing , die ebenfalls alle insgesamt nur 23 Kinder die Hälfte der Zeit zusammen unterrichtet. Das Konzept ist ähnlich, funktioniert auf Grund der geringeren Schüleranzahl wahrscheinlich noch besser, weil die 3 Pädagoginnen noch genauer auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen können. Unsere Tochter und wir sind restlos begeistert sowohl vom pädagogischen Ansatz, der davon ausgeht, dass Kinder gerne lernen und die Eigenverantwortung der SchülerInnen in den Mittelpunkt stellt, als auch vom Engagement der Lehrerinnen. Wir müssen beim Abholen vom schuleigenen Hort meist warten, weil gerade irgendeine spannende Aktivität im Gange ist und unsere Tochter noch bleiben will.

Semper Fi
00
11.3.2009, 13:40
Zustimmung!

"wie vife jugendliche am ende der unterstufe aus der ahs gemobbt werden, von lehrenden ohne jedes verständniss für jugendliche in dieser entwicklungsphase." Zitat Susi Strolcher am Anfang der Kommentare.
Ja! Vollste Zustimmung! Mein Deutschlehrer und Klassenvorstand versucht mich seit der 4. Klasse aus der AHS zu bringen, jetzt steh ich kurz vor der Matura, er ist also gescheitert :) Wenn ich die Matura in der Tasche hab, werd ich ihm bestimmt noch ins Gesicht lachen, weil er trotz außerordentlicher Mühen gescheitert ist :D Sowas passiert einem in der Lernwerkstatt Brigittenau NICHT, weil die Lehrer nämlich Pädagogen sind, in der AHS sind es oft einfach nur Sozialversager (OFT, nicht IMMER. Wir haben auch viele sehr sehr gute Lehrer).

lisa nimmervoll
01
11.3.2009, 12:54
ein paar nachgereichte infos zur ILB

als journalistin hat man natürlich immer zu wenig platz, selbst wenn man so viel hat, wie ich für die reportage aus der ILB ;-) aber ein paar details will ich Ihnen gern nachliefern:

die ILB hat eine sehr gute homepage - http://www.lernwerkstatt.or.at - u.a. mit einem sehr aussagekräftigen FAQ...

zb auch zur frage: sind noch plätze frei?
erstes anmeldekriterium: Sie müssen im 20. bezirk wohnen...

oder: "was wird aus den kindern dann?"
wo gehen sie nach der ILB hin? überall hin, wo kinder eben nach absolvierter volksschule so hinkönnen: 1/3 ins gymnasium, 1/3 in hauptschulen oder integrative KMS und etwa 1/3 "integrationskinder" (z.B. mit down syndrom) findet die nächste schule in sonderpädagogischen einrichtungen.

Quhopa
00
11.3.2009, 12:12
Einfach aber einfach großartig

Sind noch Plätze frei (Geb-Jg. 2006, 2009)???
Gratulation allen Beteiligten!

mikromalist
 
00
11.3.2009, 11:40
Liest sich ein wenig, wie das Konzept

einer teuren internationalen Eliteschule in Indien, mit völlig neuen Lernarrangements.
Könnte ich mein reichliches Steuergeld selbst verteilen, dieses System bekäme bedeutend mehr.
Meine Sprösslinge sind schon erwachsen (fragen Sie mich nicht wie und wo ausgebildet). In diese Lerneinrichtung würde ich sie schicken.
Bravo!
Trotzdem nicht nachlassen und weiter an neuen Erkenntnissen orientieren.

Shiraneko
00
11.3.2009, 10:31
Überlegungen...

Und was wird aus den Kindern dann?
Ich denke, es wäre wichtig für die Eltern zu wissen, wie "kompatibel" diese Schule mit der Wirklichkeit ist. Werden eventuelle Zeugnisse angerechnet? Wie groß ist der Schock für die Kinder, wenn sie dann in eine "normale" Klasse kommen? Kommt man mit der Kuschelpädagogik auch wirklich bis in die Uni?

herbiee
00
15.3.2009, 09:05

Meine Tochter besuchte die ILB, spielte sich danach in der KMS und geht jetzt in die Chemie.HTL-Rosensteingasse.
Also absolut "kompatibel".

der Wasserbringer
 
00
12.3.2009, 13:21

Auch bekommt das Kind die Fähigkeit mit, sich die "Realität" selbst zu gestalten! Eine Fähigkeit, die den meisten Menschen fehlt.

Spruch:
Your only limitation is your imagination!

Und das kann man/frau/kind sich anlernen (und funkioniert! ;-)

A.B. Artig
 
11
11.3.2009, 19:23

Meine Tochter hat diese Schule besucht, sie hat nicht mal den Hauch eines Problems beim Umstieg ins Gymnasium gehabt, seit drei Jahren nur Einser mit ein wenig Zweiern in jedem Zeugnis und in der glücklichen Lage, ihren Lernstoff sebst gut einteilen zu können, eine Fähigkeit, um die sie viele MitschülerInnen beneiden.Und abgesehen davon lernt sie immer noch sehr gerne.

heki
 
00
11.3.2009, 17:18
kuschelpädagogik.....

ist das bestimmt keine. Das ist gehirngerechtes Lernen so wie es Neurobiologen und Gerhirnforscher wie Manfred Spitzer, Joachim Bauer, Martin Korte,Gerald Hütter, und sehr viele "Reformpädagogen" schon seit langem fordern. In der LehrerInnenausbildung und -fortbildung sind diese Erkenntnisse bis jetzt leider noch wenig bis gar nicht präsent.
Kein Wunder, also, dass die ILB eine Insel der Seeligen im österreichischen Schulsystem ist.
Übrigens: Mein Sohn, ehemaliger Schüler der ILB geht jetzt in die 6. Klasse Gymnasium und hatte keinerlei Schwierigkeiten sich auf das andere System einzustellen. Er hat Flexibilität ausreichend in der ILB gelernt!

regina_b
 
00
11.3.2009, 13:47
was wird aus den Kindern dann ....

Meine Kinder waren auch an der ILB und sie sowie ihre SchulkollegInnen haben die unterschiedlichsten weiterführenden Schulen besucht mit ebenso unterschiedlichen Erfolgen, für mich bedeutet diese Erfahrung, dass die ILB keine Garantie für eine bestimmte Schulkarriere bedeutet, der Übertritt in AHS´n usw. wurde jedoch in der Regel gut bewältigt.

Semper Fi
01
11.3.2009, 13:46
Tja.

Die Zeugnisse werden angerechnet, der Schock ist klein, wenn man seine Kinder entsprechend auf die AHS vorbereitet, und mit "Kuschelpädagogik" kommt man leichter auf die Uni als ohne - ich musste bis jetzt (Matura) keinen Strich lernen, und ich schiebe die "Schuld" daran auf die "Kuschelpädagogik".

Juergen Hoffmann
 
01
16.3.2009, 16:08
im Bootcamp

bei den Marines hat's das dann aber... ;-)
S.F.

bengemini
00
11.3.2009, 11:46
AHS ist kein inhaltliches Problem

..für die meisten ILB-Schüler, wie bei anderen VS auch. Die Schüler sind beliebt, weil sie selbständig arbeiten - außer wahrscheinlich bei dem Typus antiquierter AHS-Lehrer, den es auch noch gibt und der hauptsächlich auswendig lernen und Unterwerfung fordert, obwohl die jetzigen Volksschüler eher keine 9-5 Jobs mehr kriegen werden und eher Projektarbeiten und - management lernen müssten...wie an der ILB halt.

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