Tiflis wollte Song Contest politisch instrumentalisieren

10. März 2009, 17:43
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Veranstalter untersagt Teilnahme mit dem Lied "We Don't Wanna Put In" - Moskau kritisierte "Rowdytum"

Genf/Moskau - Georgien darf beim Eurovision Song Contest (ESC) im Mai in Moskau nicht mit einem Protestsong gegen die Politik des russischen Regierungschefs Wladimir Putin antreten. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) in Genf als ESC-Veranstalter habe Georgien aufgefordert, bis zum 16. März den Text von "We Don't Wanna Put In" zu ändern oder ein anderes Lied zu wählen. Das teilte die Organisation am Dienstag auf ihrer Internetseite mit.

Nicht mit Statuten vereinbar

Eine Reaktion aus Tiflis lag zunächst nicht vor. Die Band Stefane & 3G hatte selbst eingeräumt, dass sich das Lied gegen Putin richtet. Seit dem August-Krieg beider Länder gilt der Ex-Kremlchef in Georgien als Feindfigur.

Titel und Text der Disco-Nummer seien nicht mit den Statuten des Wettbewerbs vereinbar, begründete die EBU ihre Entscheidung. Die Band Stefane & 3G singt in dem englischen Text "to kill" (töten) und "to shoot" (schießen) und imitiert in ihrer Bühnenshow Pistolenschüsse. Putins Sprecher Dmitri Peskow hatte das Lied, das ein Wortspiel ist mit "We Don't Wanna Putin" ("Wir wollen keinen Putin"), als "Rowdytum" kritisiert. Insgesamt treten beim 54. ESC in Russland 43 Länder an. Das Finale geht am 16. Mai in der Moskauer Olympia-Halle über die Bühne. (APA/dpa)

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    Nini Badurashvili, Stefane Mgebrishvili (Hintergrund), Tako Gachechiladze und Kristine Imedaze von der Band "Stefane & 3G" wollten ihren Song-Contest-Beitrag zu einer antirussischen Kundgebung nutzen

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