Lücken bei Gehaltskürzung

10. März 2009, 17:15
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Mit dem Bodenpersonal ist die AUA bereits einig. Man hofft, bis zum Lufthansa-Einstieg mit Kurzarbeit - ohne Gehaltsverzicht - durchzukommen

Wien - Heute, Mittwoch, werden zunächst die Bodenmitarbeiter der AUA über die gemeinsam von Vorstand und Belegschaftsvertretern vereinbarten Personalmaßnahmen informiert. Ausständig ist noch eine Vereinbarung mit dem fliegenden Personal. Was konkret die AUA-Bodenmitarbeiter erwartet, darüber wollte am Dienstag niemand Auskunft geben.

Dem Vernehmen nach wurde ein Paket geschnürt, das neben Urlaubsabbau im Wesentlichen auf eine baldige Kurzarbeit für so viele Mitarbeiter wie möglich vorsieht. Aktuell hat die AUA 3600 Bodenmitarbeiter; nicht in allen Bereichen kann kurzgearbeitet werden. Eine Gehaltsreduktion wie beim Management wird es fürs Bodenpersonal nicht geben. Bei der Lufthansa arbeiten bereits seit März 2600 Frachtmitarbeiter kurz. Ein Streik des Kabinen-Personals der deutschen Airline konnte am Dienstag in letzter Minute abgewendet werden:DieGehälter der 16.000 Flugbegleiter werden um 4,2 Prozent erhöht.

Bei der AUA soll es mit dem fliegenden Personal (2500 AUA, 1100 Tyrolean) demnächst zu einer Einigung kommen. Bei den Piloten dürfte es zu Gehaltsverzicht (fünf bis zehn Prozent) und Teilzeitvereinbarungen kommen. Beim Kabinenpersonal ist auch Kurzarbeit möglich. In Summe sollen 50 Mio. Euro beim Personal eingespart werden.

Ende Jänner hat der AUA-Vorstand das für heuer nötige Kostensparvolumen mit 225 Mio. Euro beziffert, um den Weiterbetrieb der schwer defizitären Airline zu garantieren. Bis 2012 müssten die Kosten um mehr als 400 Mio. Euro reduziert werden. Ein Teil der für heuer berechneten Summe muss durch weniger Personalkosten und durch "Sanierungsbeiträge" von Lieferanten kommen, der andere durch Streckenkürzungen. Bei der Tochter Tyrolean gibt es für die Bodenbelegschaft schon eine Einigung auf Kurzarbeit und temporären fünfprozentigen Gehaltsverzicht.

Ob die Einsparungen in der geplanten Höhe gelingen, steht noch nicht fest. Ebenso ungewiss ist der Einstieg der Lufthansa. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber äußerte sich zuletzt sehr kritisch über den gegenwärtigen Stand der Dinge: "Selbst wenn das Thema staatliche Beihilfe (500 Mio. Euro; Anm.) durch ist, müssen noch zwei Hürden genommen werden: 70 Prozent der Kleinaktionäre müssen zustimmen. Und Brüssel könnte exzessive Auflagen erteilen." Bei der Lufthansa ging im Februar die Zahl der Fluggäste um 9,3 Prozent auf 4,68 Mio. zurück. Bei der AUA waren es im Jänner minus 13 Prozent. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 11.3.2009)

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    AUA-Mitarbeiter bekommen Sparprogramm präsentiert.

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