Steiermark lässt Bären-Wiederansiedlung scheitern

10. März 2009, 17:20
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Zwei Gesprächsrunden brachten "keine einstimmige Übereinkunft"

Graz - Geht es nach der Steiermark, wird es in den Nördlichen Kalkalpen keine Unterstützung für die Wiederansiedlung von Braunbären geben. Wie vom Büro des steirischen Naturschutzlandesrates Manfred Wegscheider (SPÖ) mitgeteilt wurde. Die "Vermittlungsgespräche" seien gescheitert, hieß es am Dienstag aus dem Büro Wegscheider. Nach zwei informellen "Bärengipfel-Gesprächen" mit Vertretern der Behörden, der Land- und Forstwirtschaft, der Bärenanwaltschaft, des WWF und der Landesjägerschaft konnte "keine einstimmige Übereinkunft für eine Wiederansiedlung von Bären in der Steiermark getroffen werden".

In den Nördlichen Kalkalpen existieren nur mehr zwei männliche Braunbären. Seit einiger Zeit wurde seitens Wegscheider versucht, eine Einigung zwischen den zuständigen Behörden und Interessensvertretungen für die Bestandsstärkung der Bären in unserem Bundesland zu erreichen. Es sei aus naturschutzrechtlicher Sicht erstrebenswert, alle Maßnahmen zur Unterstützung des Bestandes zu treffen. Man habe aber keine Übereinkunft erzielen können.

Gescheitert

Die Fachabteilung 13C des Landes, zuständig für Naturschutz, habe damit die diesbezüglichen fachlichen Beratungen abgeschlossen "und das Projekt der Wiederansiedlung als gescheitert zur Kenntnis genommen".

Der World Wide Fund for Nature hatte geplant, zehn Bären in den Nördlichen Kalkalpen wieder auszuwildern. Bisher hat nur Oberösterreich Grünes Licht gegeben. Christoph Walder, Leiter des WWF-Bärenprojekts, hatte im vergangenen Herbst gemeint, dass man erst nach der Zustimmung der Länder die Genehmigungsverfahren einleiten könne und das "Zögern" von Niederösterreich und der Steiermark als "fahrlässig"bezeichnet.

Nach Ermittlungen des Bundeskriminalamtes ist zumindest ein Tier der einst rund 35 Bären umfassenden Population illegal getötet worden. Man schließe nicht aus, dass es mehr solche Fälle gegeben habe, hatte Karl Frauenberger vom Referat Umweltkriminalität des BKA bei der Präsentation der Ermittlungsergebnisse zum Bärenschwund in Österreich Mitte Februar gesagt. (APA)

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    Der Braunbär wird in der Steiermark nicht gewollt. Entsprechende Gespräche zur Wiederansiedelung sind gescheitert.

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