Zensurfall: Türkischer Forschungsrat rudert zurück

18. März 2009, 13:01
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Abgelöste Chefredakteurin eines Wissenschaftsmagazins, die Darwin-Geschichte bringen wollte, bleibt nun doch im Amt

Istanbul - Der türkische Wissenschafts- und Forschungsrat (Tübitak) hat in einem Streit um einen Magazinbericht zum 200. Geburtstag des Naturforschers Charles Darwin teilweise eingelenkt. Die bereits abgelöste Chefredakteurin des Monatsheftes "Bilim ve Teknik" ("Wissenschaft und Technik"), Cigdem Atakuman, dürfe nun doch im Amt bleiben, berichteten türkischen Zeitungen am Mittwoch.

Der Rat hatte in der März-Ausgabe seines Magazins eine Titelgeschichte über Darwin gekippt. Der Fernsehsender CNN-Türk sprach von einem Akt "unglaublicher Zensur" wegen einer offensichtlich religiös motivierten Ablehnung Darwins, der als Begründer der Evolutionstheorie gilt.

Viele Muslime ziehen die Theorie aus religiösen Gründen in Zweifel. Chemie-Professor Ömer Cebeci, Vizevorsitzender von Tübitak, war mit den Worten zitiert worden: "Ich kann Darwin nicht auf dem Titel sehen." Auf sein Betreiben hin sei "Globale Klimaveränderung" zum Titel der März-Ausgabe geworden, hieß es in den Berichten. (APA/dpa)

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