Wiener mit Gesundheitssystem zufrieden

10. März 2009, 13:50
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Patienten legen Wert auf gut geschultes Personal und freundliche Behandlung - Wichtige Themen: Qualitätssicherung und Fehlerkultur

Wien - 86 Prozent der Wiener sind mit dem Gesundheitssystem in ihrer Stadt zufrieden. Das hat eine Umfrage ergeben, die am Dienstag von Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S) und dem Meinungsforscher Peter Filzmaier präsentiert wurde. Dessen Institut für Strategieanalysen (ISA) hat im Auftrag der Stadt mehr als 1.500 Wiener befragt. Kritik kam dabei offenbar nur selten - lediglich bei der Kommunikation mit den Patienten in den Spitälern wurde Verbesserungsbedarf konstatiert.

Generell äußerte sich die überwiegende Mehrheit der Befragten positiv. 57 Prozent zeigten sich sogar "sehr zufrieden". Nach Meinung von 81 Prozent der Befragten hat sich Entwicklung der Gesundheitsversorgung in den vergangenen Jahren verbessert oder ist zumindest gleichgeblieben. Personen, die sich bereits in einem Krankenhaus aufgehalten haben, gaben tendenziell bessere Noten. "Die Erfahrung ist somit noch besser als die Erwartungen", so Filzmaier.

Schnelle Behandlung und kurze Wartezeit

82 Prozent der Befragten haben eine gute bis sehr gute Meinung über die Rolle der Stadt in der Gesundheitspolitik. Als besonders wichtig wird nicht nur medizinische Versorgung auf höchstem Niveau gesehen, sondern auch eine schnelle Behandlung und kurze Wartezeiten. Besonderen Wert wird weiters auf fachlich gut geschultes Personal und freundliche Behandlung gelegt.

Gezeigt habe sich, so hieß es, dass die städtischen Spitäler bei der Kommunikation mit den Patienten noch besser werden müssten. Gewünscht wurden mehr Informationen bzw. mehr Zeit für Gespräche. "Wir werden daher die Mitarbeiter noch weiter schulen, auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen", kündigte Wehsely an. Wirklich große Defizite wurden jedoch kaum beklagt: Laut Filzmaier sind nur elf Prozent mit dem Wiener Gesundheitssystem unzufrieden - ein Prozent sogar "völlig unzufrieden".

Qualitätssicherung und Fehlerkultur

Die Umfrage wurde noch vor der aktuellen Debatte um mögliche Defizite und Behandlungsfehler in Spitälern durchgeführt, betonte Wehsely. Die guten Ergebnisse würden aber zeigen, dass die Wiener dem Gesundheitssystem vertrauen. Die Ressortchefin verwies auf den Bereich Qualitätssicherung und das Thema Fehlerkultur, auf die in den Wiener Spitälern großen Wert gelegt werde: "Unser Anspruch ist, dass ein Fehler nicht zweimal passiert."

Auf die Frage, ob sie nun damit rechne, dass mehr Patienten aus den anderen Bundesländern in die Hauptstadt kommen, um statt in einem kleineren in einem großen Krankenhaus behandelt zu werden, meinte Wehsely: "Es kommen schon jetzt viele nach Wien." In manchen Teilbereichen gebe es bis zu 40 Prozent sogenannter Gastpatienten. Das sei "grundsätzlich" gut so, wenn dadurch die optimale Behandlung gewährleistet sei: "Was ich gerne dafür hätte, ist eine entsprechende finanzielle Abgeltung." Diese sehe sie aber in ihrem Budget "leider nicht".

Der Vergleich mit benachbarten Regionen war in der Studie ebenfalls Thema: Die Frage, ob sie die Gesundheitsversorgung in ihrer Stadt besser einschätzen als in andern Bundesländern, wurde von 64 Prozent der Wiener bejaht. (APA)

 

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