Run auf das Romantik-Dinner

10. März 2009, 13:25
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Restaurants leiden unter der Wirtschaftskrise, der Wunsch nach Sicherheit und Geborgenheit lässt das Essen zu zweit aber boomen

Wien - Die Wirtschaftskrise hinterlässt auch in der heimischen Gastronomie tiefe Spuren: Laut einer Umfrage der Karmasin-Motivforschung geht jeder dritte Österreicher weniger oft ins Restaurant. Nur mehr 50 Prozent wollen in finanziell schwierigen Zeiten "schön ausgehen" und sich etwas gönnen. Sollte sich die Situation weiter zuspitzen, planen 46 Prozent einen gänzlichen Verzicht auf das Essen außer Haus, erklärte Studienautorin Sophie Karmasin am Montagabend bei der jährlichen Falstaff Gourmetgala in Wien.

Essen mit der Familie oder Freunden werden um bis zu 36 Prozent seltener, so das Ergebnis der Interviews von 300 passionierten Restaurantbesuchern. Vor allem das Essen im Lokal ohne bestimmten Anlass - aus Bequemlichkeit oder Zwischendurch- würde als entbehrlicher Luxus gesehen und um bis zu 48 Prozent reduziert.

Besonders gefragt sind Romantikdinner zu zweit: 29 Prozent der Befragten wollen ihren Partner künftig öfter in gehobene Restaurants entführen. Der Grund laut Karmasin: Traute Zweisamkeit steht hoch im Kurs, durch die Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung rücken die Werte Sicherheit, Vertrauen und Geborgenheit ins Zentrum.

Stammlokale

Auswirkungen hat diese Einstellung auch auf die Lokalauswahl. 73 Prozent schwören auf ein Stammlokal, das Interesse am Ausprobieren neuer Restaurants hat hingegen nachgelassen. Die Geschäftswelt hat die Wirtschaftskrise ebenfalls beeinflusst. 40 Prozent wollen berufliche Dinnertermine einschränken, 20 Prozent planen einen Wechsel in die mittlere Gastronomie. Eine Rolle spielt bei dieser Entwicklung auch das Antikorruptionsgesetz.

Der Krise zum Trotz werden im neuen Falstaff Gourmet-Guide die besten Adressen für ein schickes Essen bewertet. Mehr Gewicht wurde dabei diesmal für die Weinkarte gelegt. Manche der rund 1.000 beurteilten Betriebe - vor allem Asiaten - hätten dadurch Punkte verloren. Als "erbärmlich" beurteilten die Tester die Situation in Wien, Top-Betriebe würden fehlen, der einzige Lichtblick sei das Steirereck.

Der Guide, der seit Dienstag erhältlich ist, spricht ebenfalls von einer schwierigen Zeit für die Luxusgastronomie: In Tourismus-Orten hätten es die Gourmet-Tempel generell leichter, dort wo Wirte vor allem auf Business-Gäste angewiesen seien, drohe ein Kampf ums Überleben.  (APA)

Die Sieger der Bundesländer:

  • Wien - Steiereck
  • Niederösterreich - Hanner, Mayerling
  • Burgenland - Taubenkobel, Schützen
  • Steiermark - Kreuzwirt am Pössnitzberg, Leutschach
  • Oberösterreich - Tanglberg, Vorchdorf
  • Salzburg - Obauer, Werfen
  • Kärnten - Schlosstern, Velden
  • Tirol - Paznauner Stube Trofana Royal, Ischgl
  • Vorarlberg - Post, Lech
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