Alkoholkonsum von Schwangeren beeinflusst Trinkverhalten der Nachkommen

16. März 2009, 14:42
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Rattenversuche zeigten Zusammenhang zwischen trinkenden Müttern und der Neigung des Nachwuchses zum Alkohol

Washington - Wer schon im Mutterleib mit Alkohol in Kontakt kommt, der greift auch in späteren Jahren im Durchschnitt häufiger zu berauschenden Getränken. Zumindest im Rattenversuch haben US-amerikanische Forscher einen solchen Zusammenhang festgestellt.

Gaben die US-Wissenschaftler trächtigen Nagetieren Alkohol, leckte deren Nachwuchs später lieber an alkoholhaltigem Wasser als andere Ratten. Anscheinend werden sie durch dessen bittere Geschmacksanteile weniger abgestoßen, berichten die Experten in der online-Ausgabe der "Proceedings" der US-Akademie für Wissenschaften (PNAS).

Steven Youngentob von der State University of New York in Syracuse und John Glendinning von der Columbia University in New York testeten 30 Tage alte Ratten, deren schwangere Mütter entweder normal ernährt wurden oder mit dem Wasser kleine Dosen von Alkohol bekommen hatten. Sie gaben den Nagern Wasser, das mit Zucker, Alkohol oder bitterem Chinin versetzt war. Das Ergebnis: Alkohol oder Chinin im Wasser stieß die einstigen "Trinker" im Mutterleib viel weniger ab als die anderen Ratten. Alle Tiere mochten hingegen das Zucker-Wasser.

Unklarer Mechanismus

Diese Ergebnisse könnten auch auf den Menschen übertragen werden, schreiben die Wissenschaftler. In vielen epidemiologischen Studien ist bereits nachgewiesen worden, dass der Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft die Gesundheit von Kindern direkt schädigen kann, aber auch deren Risiko erhöht, später davon abhängig zu werden. Der Mechanismus dieses frühen Einflusses war aber bisher unklar. (APA/dpa)

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