Gesund lernen und lehren

10. März 2009, 10:43
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"Schule gesundheitsfördernd gestalten"

Wien - Für den Erfolg des Unterrichts ist es mitentscheidend, dass Schüler und Lehrer gesund sind. Bei beiden Gruppen ist es mit dem Gesundheitszustand jedoch nicht zum Besten bestellt. Gesundheitsfördernde Projekte in den Schulen sollen das ändern. Wie das gelingen kann, wird heute und morgen auf der Tagung "Schule gesundheitsfördernd gestalten" des Fonds Gesundes Österreich in Wien diskutiert.

Mehr Lernerfolge bei guter Gesundheit

Gesundheit und Schulerfolg stehen in einem direkten Zusammenhang, wie der Leiter des Fonds Gesundes Österreich, Christoph Hörhan, betont: "Der Gesundheitszustand der Schülerinnen und Schüler beeinflusst die Bildungs- und damit Lebenschancen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Schülerinnen und Schüler, die psychisch gesund sind, sich sozial und körperlich wohlfühlen und einen Sinn im schulischen Lernen sehen, einen besseren Lernerfolg haben. Damit ist auch die Chance höher, dass die Gesundheit nachhaltig verbessert werden kann, denn Menschen mit höherer Bildung haben auch die Fähigkeit, ihr Gesundheitspotenzial besser auszuschöpfen." Die Schule ist für Kinder und Jugendliche eine zentrale Lebenswelt. Sie sind mit hohen Erwartungen, steigenden Anforderungen und veränderten Rollenbildern konfrontiert. Bis zum Ende der Schullaufbahn sollen die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erwerben, die ihnen helfen, ihren persönlichen und beruflichen Werdegang zu meistern. Sie sollen Autonomie, Selbständigkeit und Selbstbewusstsein erlangen.

Der Fonds Gesundes Österreich ist primär daran interessiert, eine Schule so zu gestalten, dass diese zum Ort wird, wo Gesundheit gefördert wirdvund Gesundheitsrisiken thematisiert und eliminiert werden. Auf diese Weise werden die besten Voraussetzungen für einen guten Lernerfolg geschaffen.

Bewegungsmangel und Übergewicht

Der Bedarf ist groß, denn der Anteil der 13-jährigen Schüler, die ihren Gesundheitszustand als "ausgezeichnet" beschreiben, ist zwischen 1990 und 2002 von 51 auf 35% zurück gegangen. Bewegung kommt zu kurz, gesunde Ernährung ebenfalls, ablesen kann man das daran, dass bereits 20% der Kinder ein zu hohes Körpergewicht haben. 18,8% der befragten Schüler geben an, an zwei oder mehr der genannten Beschwerden zu leiden: Kopf-, Magen- oder Bauchschmerzen; Gereiztheit; Schlechte Laune; Nervosität; Schwindelgefühl.

Auf der anderen Seite des Lehrpultes ist die Situation nicht viel besser: Psychische Belastungen sind unter Lehrer überdurchschnittlich oft vorhanden: Konkret fühlen sich 50% der Lehrer  "ausgelaugt". Eine Untersuchung in Oberösterreich belegt, dass Lehrer im Vergleich zu anderen Angestellten vier Mal so oft über Übelkeit und drei Mal so oft über Schlafstörungen und Mattigkeit berichten.

Handlungsbedarf für die Gesundheitsförderung

Die Basis ist trotz der genannten Fakten gut: Insgesamt ist die Berufszufriedenheit der Lehrer hoch, sie erleben den Beruf als sinnvoll und interessant. 70% der Mädchen und 66% der Burschen gehen "gerne" oder "sehr gerne" in die Schule, 80% der Mädchen und 71% der Burschen gefällt es insgesamt in der Schule "gut" oder "sehr gut".

Vernetzung ist laut Hörhan eine zentrale Strategie der Gesundheitsförderung und auch ein wichtiges Ziel der Tagung: "Vernetzung bedeutet einen systematischen Erfahrungsaustausch, die Initiierung gemeinsamer Lernprozesse, die Mobilisierung von Ressourcen und die Generierung eines Wissenspools durch "best practice" Modelle. Dazu wird die heutige Tagung einen wichtigen Beitrag leisten."(red)

 

Informationen und Anmeldung:

http://www.fgoe.org/

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    18,8% der befragten Schüler klagen regelmäßig über Kopf-, Magen- oder Bauchschmerzen

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