BIG plant Zusatzinvestition

10. März 2009, 10:02
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Die Bundesimmobiliengesellschaft legte Details zu ihrem 875 Millionen Euro schweren "Konjunkturpaket"

Wien - Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) präsentierte am Donnerstagabend in Wien Details zu ihrem 875 Mio. Euro schweren "Konjunkturpaket". In diesem Umfang sollen in den Jahren 2009/2010 auf Wunsch der Regierung Bauprojekte vorgezogen werden. Heuer sollen davon 200 Mio. Euro fließen, 2010 675 Mio. Euro. Die Kapitalbeschaffung auf den Anleihenmärkten werde "aufgrund der Risikoaufschläge Österreichs schwieriger", sagte Geschäftsführer Wolfgang Gleissner, er sei aber dennoch optimistisch. Im Rahmen des Pakets sollen zusätzlich 80 Mio. Euro in die Instandhaltung der Immobilen investiert werden, 300 Mio. Euro in die thermische Sanierung und 495 Mio. Euro in Großprojekte, so Gleissner. Die Regierung habe zwar den Rahmen gesetzt, um die Konjunktur im Hochbausektor in Schwung zu halten. Aber "die vorgezogenen Bauprojekte im Umfang von 875 Mio. Euro kommen von uns und wurden nicht von der Regierung vorgegeben", sagt Gleissner.

Thermische Sanierung

Im Bereich der thermischen Sanierung wurden 170 Objekte in die engere Auswahl genommen, die genauen Gebäude sollen im April fixiert werden. Von den 126 Projekten in Planung könnten bei endgültiger Finanzierung 58 Objekte 2009/2010 in Bau gehen. Die größten Projekte sind der Neubau der Wirtschaftsuniversität Wien um 250 Mio. Euro und der Neubau des Justizzentrums Baumgasse in Wien um 77 Mio. Euro. Die Finanzierung der vorgezogenen Bauprojekte könnte für die BIG aber noch schwierig werden: "Die Finanzierung wird spannend", so BIG-Geschäftsführer Gleissner. Das Triple-A Rating der Republik Österreich sei hilfreich, aber die BIG "entkommt den Spreads nicht". Andererseits sei das derzeitige Sinken der Zinsen hilfreich. Man stelle sich auf längere Verhandlungen mit privaten Investoren ein.

Kaum Langfristiges Kapital

Langfristiges Kapital mit einer Laufzeit von 25 Jahren sei nicht zu bekommen, man rechne mit Laufzeiten zwischen 10 bis 12 Jahre. Die Kapitalausstattung für das Jahr 2009 sei aber noch vollkommen ausreichend, weil die BIG im Juli 2008 eine 500 Mio. Schweizer Franken Anleihe ausgegeben habe. Der Kapitalbedarf für die kommenden zwei Jahre liegt laut BIG bei einer Milliarde Euro. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) plant oder realisiert in den kommen vier bis fünf Jahren 126 Neubauten oder Generalsanierungen mit einem Investitionsvolumen von rund 2,01 Mrd. Euro. Aktuell in Bau befinden sich 26 Projekte mit einem Volumen von 498,2 Mio. Euro. Projekte von rund 1,51 Mrd. Euro sind in Planung. Darüber hinaus investiert die BIG rund 180 Mio. Euro pro Jahr in Instandhaltungen. Die Bundesimmobiliengesellschaft wurde 1992 als Verwalterin der Immobilien der Republik Österreich gegründet. Im Jahr 2000 verkaufte die Republik rund 5.000 Häuser und Grundstücke um 2,4 Mrd. Euro an die BIG. Der Kaufpreis wurde von der BIG über Anleihen finanziert. Zurzeit verwaltet die BIG ca. 2.800 Gebäude. Im Jahr 2007 betrug der Umsatz der BIG 735 Mio. Euro bei einem Gewinn von 80 Mio. Euro. Insgesamt wurden 2007 Projektinvestitionen von der BIG im Umfang von 312 Mio. Euro getätigt.(APA)

 

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