BIP im vierten Quartal 0,2 Prozent unter Vorquartal

10. März 2009, 09:49
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Die Konjunkturverschlechterung in Österreich beschleunigt sich, die heimische Wirtschaft stagnierte schon im dritten Quartal 2008

Wien - Die Konjunkturverschlechterung in Österreich beschleunigt sich. Der jüngste Wifo-Konjunkturtest "deutet auf eine Vertiefung der Krise hin", wie das Wirtschaftsforschungsinstitut am Dienstag erklärte. Die Wirtschaft ist im 4. Quartal 2008 geschrumpft, aber auch schon im vorhergehenden Vierteljahr stagniert. Das Wifo bestätigte, dass das BIP zu Jahresende gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent gesunken ist. Allerdings lag das Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal nicht höher als davor; in der Schnellschätzung im Februar war das Wifo noch von 0,1 Prozent Zuwachs ausgegangen. Im Jahresabstand legte das BIP im 4. Quartal um 0,3 Prozent zu.

Abwärtstrend in Sachgüterproduktion hält an

Laut Wifo-Konjunkturtest von Februar hält die Abwärtstendenz in der Sachgütererzeugung im 1. Quartal 2009 an, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Dienstag weiter. Mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmen beurteilten demnach ihre aktuelle Geschäftslage als nicht zufriedenstellend, fast zwei Drittel schätzten die Exporte als zu gering ein. Das ist die schlechteste Bewertung seit dem Frühjahr 1996.

Auch die Auswirkungen der Krise auf die Bauwirtschaft verstärken sich. Nachdem die Wertschöpfung im 4. Quartal real gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent zurückgegangen war, beurteilten die Unternehmen im Februar sowohl die Bautätigkeit der letzen drei Monate als auch die aktuellen Auftragsbestände weiterhin als schwach. Im letzten Abschwung 2001 bis 2003 war die Einschätzung allerdings noch ungünstiger ausgefallen.

Die Rezession bei den wichtigsten Handelspartnern belaste die heimische Export- und Industriekonjunktur, so das Wifo. Der Arbeitsmarkt habe im Februar mit einem raschen Anstieg der Arbeitslosigkeit reagiert.

Produktionsrückgang

Vor dem Hintergrund der Rezession bei den wichtigsten Handelspartnern habe sich die exportgetragene Industriekonjunktur zu Jahresende verschlechtert. Bei einem Produktionsrückgang in der Sachgütererzeugung um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal nahmen, wie bereits am Montag von der Wirtschaftskammer berichtet, die Exporte im 4. Quartal deutlich ab, laut Wifo um 0,8 Prozent gegenüber der Vorperiode.

Als stabil erwiesen sich im 4. Quartal weiter die Konsumausgaben der privaten Haushalte; sie schwanken im Konjunkturzyklus generell weniger als Exporte und Sachgütererzeugung. Mit real +0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal expandierte der private Konsum ähnlich wie in den Vorperioden. Im Handel nahm die Wertschöpfung saisonbereinigt um 0,5 Prozent ab, vor allem der Großhandel und der Kfz-Handel verzeichneten einen schlechten Geschäftsgang. Impulse kamen weiterhin aus dem Tourismus, welcher verzögert auf eine internationale Nachfrageschwäche reagiert.

Die drei größten Wirtschaftsräume USA, Japan und EU befinden sich in der Rezession. Im 4. Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung fast aller Industrieländer empfindlich. Vorlaufindikatoren deuten für das 1. Quartal auf eine weitere Vertiefung der Krise in den USA hin. Die Industrieproduktion blieb im Jänner nach einer vorläufigen Schätzung um 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote lag im Februar bei 8,1 Prozent. Das war der höchste Wert seit 25 Jahren.

Euroraum

Für den Euro-Raum zeigt der Euroframe Growth Indicator im 1. und 2. Quartal d.J. einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um jeweils etwas mehr als 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Der Ende 2008 verzeichnete Einbruch der Industrieproduktion dürfte sich verstärkt fortsetzen: Die Auftragseingänge waren im Dezember um 22,3 Prozent geringer als im Vorjahr.

Auch in den asiatischen Schwellenländern leidet die Wirtschaft unter der Abnahme der Importnachfrage aus den Industrieländern, das Wachstum ließ Ende 2008 deutlich nach. Bisher gibt es keine Anzeichen für eine internationale Konjunkturbelebung.

Der Konjunktureinbruch hat wie berichtet den österreichischen Arbeitsmarkt erfasst. Nach einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jänner (+33.000 gegenüber dem Vorjahr) waren im Februar 2009 bereits 302.000 Arbeitslose vorgemerkt (+58.000, +24 Prozent). Besonders betroffen sind die konjunkturreagiblen Bereiche Sachgütererzeugung und Bauwesen. Erstmals seit dem Frühjahr 2003 nahm die Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten ab (-0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr).(APA)

 

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