Hilfsorganisationen: Khartum beschlagnahmt auch UNO-Besitz

9. März 2009, 21:34
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Ban warnt vor humanitärer Katastrophe in Darfur

New York - Im Zuge der Ausweisung von 13 großen humanitären Hilfsorganisationen aus dem Sudan sind auch Besitztümer der Vereinten Nationen beschlagnahmt worden. Neben Fahrzeugen und Computern mit wichtigen Daten wurden auch Nahrungsmittel konfisziert, sagte UNO-Nothilfekoordinator John Holmes am Montag in New York. Mitarbeiter von internationalen Organisationen seien eingeschüchtert worden.

85 Hilfsorganisationen hätten weiterhin die Erlaubnis, im Sudan zu operieren. Trotzdem seien rund 50 Prozent der ursprünglich 14.000 Mitarbeiter von der Ausweisung betroffen, so Holmes. Vor allem in Bereichen wie Wasser, sanitäre Einrichtungen, medizinische Versorgung und Nahrungsmittel seien dadurch Lücken entstanden, die schwer zu füllen seien.

Die Vereinten Nationen versuchten alles, um diese Entscheidung wieder rückgängig zu machen. "Wir sind in Kontakt mit der Regierung von Sudan", so Holmes. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat sich am Wochenende mit mehreren Interessensvertretern telefonisch in Verbindung gesetzt, wie seine Sprecherin Marie Okabe am Montag vor Journalisten sagte.

Der UNO-Chef wolle eine "humanitäre Katastrophe" in der westsudanesischen Krisenregion Darfur unter allen Umständen vermeiden. Mit dem sudanesischen Präsidenten Omar al-Bashir, gegen den seit der vergangenen Woche ein internationaler Haftbefehl vorliegt, hat der UNO-Chef noch nicht gesprochen. Ban werde das jedoch "im richtigen Augenblick" in Erwägung ziehen, sagte Holmes. (APA/dpa)

 

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