Gehörlose Frauen gesucht

9. März 2009, 18:04
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Interviewpartnerinnen sollten 16 und 24 Jahre alt sein und in Ausbildung stehen oder bereits in den Arbeitsmarkt eingetreten sein

Graz - Die Situation von jungen gehörlosen Frauen am Arbeitsmarkt untersucht eine österreichweite empirische Studie des Instituts für Translationswissenschaft (ITAT) an der Universität Graz. "Wir wollen möglichst umfassend und genau wissen, wie es gehörlosen jungen Frauen geht, wenn sie in den Arbeitsmarkt einsteigen", schildert Sylvia Grünbichler, die noch entsprechende Interviewpartnerinnen zwischen 16 und 24 Jahren in allen Bundesländern sucht - die Interviews sind anonym.

Grundlage für zukünftige Politiken

In Österreich leben ca. 10.000 gehörlose Menschen - rund die Hälfte davon ist weiblich. "Die Datenlage zur Situation der gehörlosen Personen und insbesondere ihrem beruflichen Alltag ist äußerst rudimentär", schildert die Grazer Wissenschafterin vom ITAT im Gespräch mit der APA. Bisher liegen für Österreich bis auf eine Ausnahme für den Ballungsraum Wien zu dieser Thematik keine spezifischen Studien vor. "Wir wollen wissen, welche Probleme es gibt und welche Veränderungen für die Zukunft notwendig sind", so Grünbichler.

Fragen zur beruflichen Situation

Gesucht werden Interviewpartnerinnen in allen Bundesländern. "Wir besuchen die Frauen im jeweiligen Bundesland", so Grünbichler. Im Interview geht es um die jeweilige berufliche Situation bzw. Ausbildungssituation. "Wir möchten auch Frauen befragen, die arbeitslos, arbeitsuchend, in Weiterbildung oder in Karenz sind", schildert die Projektverantwortliche. Weitere Fragen beziehen sich auf Freizeit, soziale Kontakte, Familie, Lebensentwürfe, Kommunikation.

Finanziert wird das Forschungsprojekt vom Bundessozialamt. Im der ersten Projektstufe wurden Personen, die Gehörlose unterstützen und betreuen (Arbeitsassistentinnen, Jobcoaches, Expertinnen in Bildungseinrichtungen, usw.) befragt. Erste Ergebnisse beider empirischer Befragungen sollen zu Jahresende präsentiert werden, erzählt die Grazer Wissenschafterin. (APA)

(S E R V I C E - Interessenten können sich bei Sylvia Grünbichler: sylvia.gruenbichler@uni-graz.at oder Barbara Andree: barbara.andree@uni-graz.at, Fax: 0316 380 9785 am Institut für Translationswissenschaft, Arbeitsgruppe Gebärdensprache, Karl-Franzens-Universität Graz, Merangasse 70, 8010 Graz melden.)

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