BayernLB in der Zinsen-Zwickmühle

9. März 2009, 17:39
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2,5 Millionen Euro für Hybridanleihe werden nicht bezahlt – Chefsuche für Kärntner Hypo Group

Wien - Die Bayerische Landesbank (BayernLB) hat, um an Kapital zu kommen, Hybridanleihen emittiert - beim Schuldendienst hat sie aber Probleme. Ein österreichischer Finanzdienstleister, der rund 50 Millionen Euro gezeichnet hat (Zinssatz: rund fünf Prozent), berichtet, dass Kapital im Mai zwar fristgerecht zurückfließt, die rund 2,5 Mio. Euro an Zinsen von den Münchnern aber nicht bedient werden (was diese Konstruktion freilich erlaubt).

Unbequeme Lage

Die zweitgrößte deutsche Landesbank, die auch mehrheitlich an der Kärntner Hypo Group Alpe Adria beteiligt ist, befindet sich in einer unbequemen Situation. Die Verluste für 2008 betragen an die fünf Mrd. Euro, der Freistaat Bayern musste bereits zehn Mrd. Euro in seine Landesbank einschießen und eine "Sonderbeauftragte" für die Bank bestellen.

Die Sparkassen, die sich an der Rettungsaktion nicht beteiligen, kommen so in eine Minderheitsrolle, bestimmender Aktionär der BayernLB wird der Staat. Bayerische Politiker rechnen damit, dass die Landesbank nicht so bald aus den Miesen herauskommen wird: "Ich befürchte, dass die Landesbank weiterhin auch im operativen Geschäft Verluste einfahren wird" , sagte der SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget jüngst.

Sorgen mit Kärntner Tochter

Sorgen haben die Bayern auch mit ihrer Kärntner Tochter, die für 2008 ebenfalls Verluste einfahren wird und (neben einer bayerischen Geldspritze) 900 Mio. Euro PS-Kapital vom österreichischen Staat bekommen hat. Notleidende Kredite gibt es in Österreich etwa beim Schlosshotel Velden. Nicht recht zufrieden sollen die Bayern mit manchen ihrer Klagenfurter Bankchefs sein (Vorstandschef ist der Deutsche Tilo Berlin). Aus Bankerkreisen ist zu hören, dass sie sich nach neuem Personal umschauen. In Bayern wird das nicht bestätigt. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.3.2009)

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