Messe-Manager in den Niederlanden verhaftet

9. März 2009, 17:13
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Deutscher soll mit zwei Komplizen acht Bilder aus Kunstraub in Maastricht vor über 20 Jahren zum Kauf angeboten haben

Frankfurt/Main - Ein ehemaliger Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft der Frankfurter Messe ist im Zusammenhang mit einem spektakulären Kunstraub in den Niederlanden verhaftet worden. Der 45-Jährige sitze wegen Hehlerei und Geldwäsche in einem holländischen Gefängnis, berichtete die "Bild-Zeitung" am Montag. Er soll mit zwei Komplizen acht wertvolle Bilder aus einem Kunstraub vor mehr als 20 Jahren zum Kauf angeboten haben.

Die Behörden in den Niederlanden bestätigte am Montag die Verhaftung eines 45-jährigen Deutschen und zweier Komplizen im Zusammenhang mit dem Fall, wollten aber keinen Namen nennen. Ein Sprecher der Messe Frankfurt sagte auf Anfrage, der für den Nahen Osten zuständige Manager sei Ende 2008 fristlos entlassen worden. Die Messe habe ihn in einem anderen Fall wegen des Verdachts der Untreue bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt angezeigt.

Nach Angaben der niederländischen Polizei wurden am Donnerstag ein 45-jähriger Deutscher mit Wohnort Dubai, dessen 62 Jahre alte Mutter aus dem belgischen Plombieres sowie ein 66-jähriger Holländer aus Walem festgenommen. Die Beamten stellten bei den Festgenommenen acht wertvolle Gemälde sicher, die 1987 aus der Kunsthandlung Noortman in Maastricht gestohlen worden waren. Darunter sind Werke von Renoir, Pissaro und Willem van der Velde. Der Gesamtwert wird von Experten auf zwei Millionen Euro geschätzt.

Einige der Bilder seien beschädigt, weil sie zusammengerollt in einem Koffer aufbewahrt wurden. Das neunte damals gestohlene und zugleich wertvollste Werk - "Die Wassermühlen" von Meindert Hobbema - soll nach Angaben aller Beteiligter zerstört worden sein. Die Bilder stehen jetzt zunächst dem britischen Versicherer Lloyds zu, der nach dem Verschwinden Schadenersatz an den Kunsthändler Robert Noortman zahlte. Noortman starb 2007.

Die Geschichte um den deutschen Manager liest sich wie Stoff für einen Kriminalfilm: Der 45-Jährige soll den holländischen Privatdetektiv Ben Zuidema (72) im November "wegen der Noortman- Sache" kontaktiert und die Bilder zum Kauf angeboten haben. Zuidema, der sich gern "007 der Niederlande" nennen lässt und seit vielen Jahren geraubte Kunstwerke aufspürt, meldete sich umgehend bei der Kriminalpolizei in Maastricht. Diese stellte ein Spezialistenteam zusammen, das den mutmaßlichen Hehlern schließlich im Grand Hotel Voncken in Valkenburg (Niederlande) bei der geplanten Bilderübergabe eine Falle stellte und sie festnahm. Sechs der Bilder hatten die mutmaßlichen Hehler dabei, zwei weitere stellte die Polizei bei der Durchsuchung der Wohnung des Holländers sicher.

Nach einem Bericht der niederländischen Zeitung "de Volkskrant" ist Zuidema überzeugt, dass Noortman selbst hinter dem Bilderraub steckte. "Ich bin 1987 von ihm engagiert worden, um die Bilder aufzuspüren. Aber als ich dicht davor stand, musste ich aufhören", sagte er. (APA/dpa)

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