Redefreiheit in Tibet systematisch unterdrückt

9. März 2009, 16:35
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Ausländische Journalisten dürfen bis 1. April nicht nach Tibet

Empörung und Verzweiflung herrscht bei der Medienorganisation "Reporter ohne Grenzen" (RSF) angesichts der Situation der Presse in Tibet. Es werde immer schwerer für ausländischen Journalisten in die Provinz zu gelangen, so RSF in einer Aussendung vom Montag. Die Unterdrückung der Redefreiheit soll nirgendswo sonst in China so schlimm sein wie in Tibet. In den vergangenen Tagen wurde beispielsweise der Editor einer tibetischen Internet-Seite in Haft genommen und eine tibetische Kultur-Website wurde geschlossen.

Ausländische Medien können seit Jahrzehnten Tibet nicht mehr frei bereisen, und seit März 2008 wird immer schärfer kontrolliert. Die Aussendung berichtet, dass sich bis 1. April keine Ausländer mehr im Gebiet aufhalten dürfen. Dies macht die Anwesenheit von unabhängigen Medien unmöglich. Auch aber Touristen müssen die tibetische Hauptstadt, Lhasa, verlassen. "Wir drängen die chinesische Regierung ausländische Journalisten nach Tibet und tibetische Regionen unbehindert reisen zu lassen", berichten Reporter ohne Grenzen. "Wir bitten sie (die Regierung) den tibetischen Medien mehr Freiheiten zu geben", plädierten sie weiter.

Verstärkte Überwachung

Wenn Journalisten mit einem Touristen-Visum nach Tibet gelangen, hätten die Tibeter oft zu viel Angst, um mit ihnen zu reden. Laut Reporter ohne Grenzen sind die Einheimischen durch die massive Präsenz von Sicherheitskräften, Sicherheitskameras und Mikrofonen paranoid geworden. Außerdem würden Tibeter ein großes Risiko auf sich nehmen, wenn sie mit ausländischen Medien reden.

Angesichts des fünfzigsten Jahrestag des tibetischen Aufstand am 10. März 1959 verstärken die lokalen Behörden ihre Überwachung und Sicherheitskräfte. China befinde sich in einem "Klassenkampf auf Leben-und-Tod" mit der "Dalai-Lama-Clique und feindseligen westlichen Kräften", berichtet die Zeitung "Tibet Daily". Die chinesische Regierung hat laut Aussendung ausländische Regierungen vor Kritik an dem von den Militärs kontrollierten Gebiet gewarnt. "Es ist unmöglich für den Westen mit China zu kooperieren, wenn er keine klare und objektive Haltung zu Tibet einnimmt", berichtet das Blatt "China Daily".

Reporter ohne Grenzen fordert die chinesische Regierung auf, alle Regimekritiker und Tibeter, die Informationen über Tibet nach außen geschickt hatten, freizulassen. Seit März 2008 gibt es immer mehr Tibeter, die Informationen ins Ausland schicken, vor allem an im Exil lebende Tibeter. Angesichts dem Jahrestag am 10. März wurden laut Aussendung schon ein Dutzend Tibeter verhaftet. (APA)

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