Life-Cycle-Modell als Schutz vor Krisen

9. März 2009, 16:31
4 Postings

Die jüngste Finanzmarktkrise hat vielen Anlegern massive Verluste beschert und rückt daher Life-Cycle- Asset-Allocation-Modelle bei Vorsorgeprodukten wieder in den Fokus

Mit einem neuentwickelten Life- Cycle-Asset-Allocation-Modell will die Security KAG in der aktuellen Vorsorgedebatte punkten. Angesichts der Finanzmarktkrise und der daraus resultierenden massiven Verluste der Pensionskassen im vergangenen Jahr habe man sich gefragt: "Was sind die Knackpunkte bei der kapitalgedeckten Veranlagung und was muss man machen, um Verluste vor Pensionsantritt möglichst zu vermeiden?", sagte Martin Mikulik, Vorstandsmitglied der Security KAG. Der wesentlichste Schwachpunkt bei der Pensionskassenveranlagung sei immer die Restlaufzeit, erklärte Mikulik, den stört, dass Pensionskassen für alle Altersgruppen gleich veranlagen.

Gesucht wurde also ein Modell, bei dem man in der Ansparphase von der im langjährigen Schnitt meist besseren Performance von Aktien profitiert, vor Pensionsantritt und während der Rentenphase aber möglichst wenig Risiko im Portefeuille hat. Garantien wollte man aus Kostengründen vermeiden. Und als KAG habe man "natürlich geschaut, ob man so ein Modell mit einem Fondssparer machen kann". Das Resultat ist die "Vitaldynamikpension". "Das Produkt ist am Reißbrett fertig, aber noch nicht im Vertrieb , erklärte Mikulik, der es nun bei Versicherungen platzieren will. In der ersten Phase werde nur in Aktienfonds investiert, in der zweiten in gemischte Anleihenfonds und in der dritten nur in Staatsanleihen.

Je nach Risikoneigung kann zwischen einer "konservativen" und einer "ertragsoptimierten" Variante gewählt werden. Der Unterschied liegt bei der angenommenen 35-jährigen Laufzeit in der Dauer der Aktieninvestments, die entweder fünf oder 14 Jahre lang erfolgen. Entsprechend gestaffelt geschieht auch die weitere Veranlagung. Die Aktien bleiben in jedem Fall bis zehn Jahre vor Pensionsantritt im Portfeuille, haben sie bis dahin gut performed, würde dann aber eine Gewinnmitnahmestrategie einsetzten, "denn zehn Jahre vor Vertragsablauf sollte man nicht mehr als 50 Prozent Aktien im Portfeuille haben".

Bis zum Pensionsantritt werde die Quote sukzessive bis auf null gekürzt", erläutert Mikulik. Damit soll ein Wertverlust des Portfeuilles auch bei schweren Aktienmarktturbulenzen vermieden oder zumindest gedämpft werden. Bei rund 250 Simulationen mit Zufallszeitreihen für eine Veranlagungsdauer von 35 Jahren habe sich die Strategie bewährt, ebenso mit realistischen Daten der letzten 15 Jahre. Die Volatilität zum Laufzeitende sei deutlich geringer. Die Performance des "konservativen" Portfeuilles lag dabei im Median der Simulationen bei 35 Jahren Laufzeit bei 5,25 Prozent jährlich, das "ertragsoptimierte" brachte 6,14 Prozent. (Gabriele Kolar, DER STANDARD, Printausgabe, 10.3.2009)

Share if you care.