Donnerstag wird weniger gearbeitet

9. März 2009, 15:46
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Durch Dienststellenversammlungen haben Pflichtschüler um 11.00 Uhr aus, an AHS und BMHS beginnt Unterricht um zehn Uhr

Wien - Am Donnerstag (12.3.) werden Österreichs Schüler um einige Stunden kürzer als sonst die Schulbank drücken. Durch die Dienststellenversammlungen, bei denen Lehrer-Vertreter über die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied angekündigte Ausweitung der Unterrichtspflicht informieren, können Pflichtschüler bereits um elf Uhr nach Hause gehen. An AHS und Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS) entfallen die beiden ersten Stunden.

Dienststellenversammlungen

Prinzipiell werden alle Dienststellenversammlungen am Donnerstag stattfinden. Damit will die Lehrergewerkschaft die Unannehmlichkeiten für Eltern, deren Kinder verschiedene Schulen oder Schultypen besuchen, möglichst gering halten. Ausnahmen sind allerdings möglich. Der Vorsitzende der BMHS-Gewerkschaft, Jürgen Rainer, berichtet etwa, dass manche Schulen die Informationsgespräche an einem anderen Termin abhalten wollen, da der Nachtermin der Reifeprüfung auf Donnerstag fällt.

Bei den Pflichtschulen ist der Zeitpunkt der Dienststellenversammlungen pro Bundesland geregelt. In den meisten Fällen haben die Schüler jedoch bis elf Uhr Unterricht, so Walter Riegler, Vorsitzender der Pflichtschulgewerkschaft. Die Veranstaltungen beginnen erst um zwölf oder 13 Uhr, da die Mehrzahl der Lehrer an einen "zentralen Veranstaltungsort" (Amtsgebäude, Veranstaltungssaal etc.) reisen muss. Hintergrund: Eine Dienststelle umfasst bei Pflichtschulen mehr als einen Standort. Riegler betonte allerdings, dass die Betreuung der Kinder in Ganztagsschulen nicht beeinflusst werde.

Arbeitsbelastung der Lehrer

An den BMHS und AHS soll bei den Dienststellenversammlungen, die direkt am Schulstandort abgehalten werden, nicht nur informiert, sondern zusätzlich die Auswirkungen die Schmied-Pläne abgeschätzt werden. Dazu soll per Fragebogen der Personalstand an der Schule, die Arbeitsbelastung der Lehrer und deren Bereitschaft zu gewerkschaftlichen Maßnahmen wie Warnstreiks erhoben werden.

Von dem neuen Gesprächstermin im Unterrichtsministerium am Donnerstag um 8.30 Uhr erwarten sich die Gewerkschaftsvorsitzenden von AHS, BMHS und Pflichtschule wenig. Es handle sich dabei nicht um Verhandlungen, sondern "ein erstes Abtasten, ob es Bewegungsmöglichkeit gibt oder nicht", sagte die AHS-Gewerkschaftsvorsitzende Eva Scholik. Riegler will zunächst vor allem Gewissheit darüber, "um welche Summe es geht und wofür die Ministerin das Geld braucht".

Neue Herausforderungen

Ein Alternativmodell habe man in der ARGE Lehrer der Gewerkschaft nicht erarbeitet. "Aber nach dieser 'Friss-Vogel-oder-stirb'-Taktik der Ministerin ist es nicht unsere Aufgabe, Alternativen zu erarbeiten", so Rainer. Die Gewerkschaft "stellt sich gerne neuen Herausforderungen", auch über eine Anwesenheit der Lehrer in der Schule von acht bis 16 Uhr könne man laut Rainer reden. "Aber es wird nicht akzeptiert werden, wenn wir zwei Stunden mehr in der Klasse stehen sollen, ohne dass es ein Rahmenpaket gibt."

Grundsätzlich gesprächsbereit, aber skeptisch gibt sich der Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Fritz Neugebauer, zum Vorschlag Schmieds, das komplexe Dienst- und Besoldungsrecht der Lehrer in Richtung "All-in-Verträge" zu ändern. (APA)

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