Gesundheitsgefahr in Plundergebäck, Pommes und Co

9. März 2009, 14:04
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Transfette entstehen bei künstlicher Härtung von Fetten und bei langer und oftmaliger Erhitzung

Wien - Transfette sind unsichtbare Gesundheitsbomben in oft schmackhaftem Essen: Sie verstecken sich beispielsweise in Süßspeisen wie Plunder oder Croissants oder auch in deftigeren Mahlzeiten wie Schnitzel und Pommes frites. Ihren Ursprung haben sie in der künstlichen Härtung von Fetten und entstehen auch beim Frittieren, schilderte die Ernährungswissenschafterin Helga Cvitkovich-Steiner. Die Hauptgefahr der Transfette ist ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Gerade bei Plundergebäck oder Blätterteig benötigen die Hersteller nicht allzu weiche oder gar flüssige Fette, die sich walzen und formen lassen. Kein Vorteil ohne Nachteil: Bei der Herstellung von Zutaten wie Ziehmargarine entstehen die unerwünschten Transfette, die schlussendlich in den Croissants und Topfengolatschen landen.

Gefahr bei mehrmals erhitztem Öl

Wer falsch kocht, setzt sich ebenso dem Risiko aus, zu viele von den ungesunden Fetten zu sich zu nehmen. Lange und immer wieder erhitztes Öl ist ein Klassiker in der österreichischen Küche, steht aber im Visier der Ernährungswissenschafter, weil dabei Transfette entstehen. "Deshalb sind auch die Pommes frites in der öffentlichen Diskussion so im Fokus", so Cvitkovich-Steiner.

Die Medizin rät, dass Kinder pro Tag nicht mehr als 1,5 Gramm Transfette zu sich nehmen sollen. Für Erwachsene gilt die doppelte Menge als Grenze zum Ungesunden. Cvitkovich-Steiner gibt ein Beispiel: "Wenn ich ein Croissant zum Frühstück und dann zum Mittag Burger und Pommes esse, habe ich wahrscheinlich vier Gramm Transfettsäuren, also für Kinder wie Erwachsene zu viel."

Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten

Was die Risiken angeht, sind sich die Experten einig, dass ein höheres Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten die Folge von zu hohem Konsum von Transfetten ist. Andere Folgen werden ebenfalls nicht ausgeschlossen, sagt Cvitkovich-Steiner: "Diskutiert werden sie auch im Zusammenhang mit manchen Krebsformen und Diabetes."

Eine positive Entwicklung sei in den vergangenen Jahren jedenfalls zu verzeichnen gewesen: Die früheren Hauptlieferanten an Transfettölen, nämlich Streichfette und Öle, hätten größtenteils nur mehr einen Transfett-Anteil von einem Prozent, wie ein Test der Arbeiterkammer in der jüngeren Vergangenheit gezeigt habe.

Transfette entstehen übrigens auch auf natürlichem Weg: "In Butter finden sich manchmal bis zu sechs Prozent." Ein einfaches Gegenmittel: Mit Fetten haushalten und insgesamt weniger davon sowie vielfältig essen. Damit reduziert sich auch die Menge der Transfette. (APA)

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