Acht Kugeln und der ÖSV mischt mit

9. März 2009, 12:34
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Vier von zwölf Weltcup-Entscheidungen sind gefallen - ÖSV-Herren in allen verbleibenden Disziplinen noch mit Chancen - Zettel große Hoffnung auf Riesentorlauf-Kristall

Aare - In der Kombination haben der Schweizer Carlo Janka und die Schwedin Anja Pärson ihre Kristallkugeln bereits eingepackt, dieser Event steht beim alpinen Ski-Weltcupfinale von Mittwoch bis Sonntag in Aare (Schweden) nicht mehr auf dem Programm. Bei den Damen stehen in der Abfahrt mit der US-Amerikanerin Lindsey Vonn und im Slalom mit der Deutschen Maria Riesch jeweils ein Rennen vor Schluss die Disziplinsiegerinnen ebenfalls fest. In allen weiteren Bewerben geht es allerdings noch um den großen Coup, und der ÖSV mischt natürlich mit.

Der Gesamtweltcup bei den Damen wird Lindsey Vonn nicht mehr zu nehmen sein, bei den Herren geht ein Quintett auf das große Kristall los, darunter der Pitztaler Benjamin Raich. Bei den Damen hat nur Kathrin Zettel im Riesentorlauf die Möglichkeit, eine Kugel in das Lager von Cheftrainer Herbert Mandl zu bringen. Fix ist, das die Abfahrtskugel bei den Herren nach Österreich gehen wird, Michael Walchhofer und Klaus Kröll sind die einzig verbliebenen Anwärter. Im Super-G will Hermann Maier die Nummer-eins-Position verteidigen, im Riesentorlauf fordert Raich den Schweizer Didier Cuche heraus. Nur noch theoretischer Natur sind die Chancen von Manfred Pranger im Slalom.

Die Ausgangslagen vor dem Finale:

HERREN:

Gesamtweltcup: 400 Punkte gibt es noch zu holen und theoretisch liegen noch 15 Läufer im Bereich des Möglichen, realistisch betrachtet aber immerhin auch noch fünf. Der Nachfolger des US-Amerikaners Bode Miller wird aus dem Quintett Benjamin Raich (AUT/837), Ivica Kostelic (CRO/837), Aksel Lund Svindal (NOR/829), Jean-Baptiste Grange (FRA/777) und Didier Cuche (SUI/763) ermittelt. Prognosen sind schwierig, sind doch auch die Kvitfjell-Rennen entgegen den Annahmen verlaufen. Am höchsten im Kurs stehen jedoch Svindal und Raich. Der Pitztaler hat als einziger drei Saisonrennen gewonnen.

Abfahrt: Die Kugel geht nach Österreich, Michael Walchhofer und Klaus Kröll werden sich den Disziplinsieg untereinander ausmachen. Der Salzburger Walchhofer hat es selbst in der Hand, nahm nach zwei zweiten Plätzen in Kvitfjell 75 Punkte Vorsprung mit. Beide ÖSV-Läufer haben je eine der acht Abfahrten gewonnen, Walchhofer in Gröden und Kröll am Samstag auf leicht verkürzter Strecke in Kvitfjell. Der Schweizer Didier Defago, der als einziger zwei erste Plätze einfuhr (Wengen und Kitzbühel), ist punktemäßig bereits aus dem Rennen.

Super G: Spannung vor dem letzten Saisonrennen, das erst das fünfte in dieser Disziplin ist. Hermann Maier startet aus der Pole Position, theoretisch haben aber noch sechs Läufer die Chance auf das Kristall. Maier liegt mit 231 Zählern vor dem Norweger Aksel Lund Svindal (212), dem Schweizer Didier Defago (210), dem Italiener Werner Heel (156), dem Steirer Klaus Kröll (142) und dem Kanadier John Kucera (138). In diesem Winter gelangen noch keinem zwei Super-G-Siege.

Riesentorlauf: Neben der Chance auf die große Kugel lebt für Benjamin Raich auch jene auf die kleine im Riesentorlauf. Erst in Kranjska Gora hat der zweifache Saisonsieger in dieser Disziplin die Führung an den Schweizer Didier Cuche abgeben müssen. Zur Ausgangslage: Cuche führt mit 414 Zählern vor Raich (362) und dem US-Amerikaner Ted Ligety (341). Möglich, dass in diesem Rennen auch der Gesamtweltcup entschieden wird, für Brisanz ist jedenfalls gesorgt.

Slalom: Der Franzose Jean-Baptiste Grange hat in neun Rennen zwei Saisonsiege erreicht - ebenso viele wie sein Landsmann Julien Lizeroux und der Österreicher Reinfried Herbst. Kugel-Chancen haben aber nur noch Grange, der 49 Zähler hinter ihm liegende Kroate Ivica Kostelic und Weltmeister Manfred Pranger (jeweils ein Sieg), der allerdings bereits 92 Punkten im Rückstand ist. Der Tiroler müsste gewinnen, sowie gleichzeitig auf einen Ausrutscher von Grange und ein schlechtes Abschneiden von Kostelic hoffen.

Kombination/Super-Kombination: Steht in Aare nicht mehr auf dem Programm, Kugelgewinner nach vier Bewerben mit vier verschiedenen Siegern ist der Schweizer Carlo Janka, Romed Baumann landete auf dem dritten Rang.

DAMEN:

Gesamtweltcup: Titelverteidigerin Lindsey Vonn als überragende Läuferin der Saison mit sieben Siegen kann bereits in der Abfahrt am Mittwoch alles klar machen, die US-Amerikanerin führt mit 369 Zählern vor ihrer Freundin Maria Riesch aus Deutschland, die die einzige verbliebene Konkurrentin ist. Kathrin Zettel kämpft gegen die Schwedin Anja Pärson, die vor zwei Jahren bei der WM in Aare drei Titel und insgesamt fünf Medaillen gewann, noch um den dritten Platz. Die Niederösterreicherin liegt nur fünf Zähler hinter der Lokalmatadorin, lässt die Abfahrt aber aus.

Abfahrt: Lindsey Vonn hat die Abfahrtswertung bereits gewonnen und damit die Trophäe erfolgreich verteidigt. Die US-Amerikanerin entschied zwar nur eines der sechs Rennen für sich, kam jedoch insgesamt fünfmal auf das Podest. Für Andrea Fischbacher geht es noch um den zweiten Rang, die Gewinnerin der zweiten Bansko-Abfahrt hat nur zehn Zähler Rückstand auf die Schweizerin Dominique Gisin.

Super G: Die Kugelgewinnerin wird Fabienne Suter (SUI/376), Lindsey Vonn (USA/361) oder Nadia Fanchini (ITA/336) heißen. Vonn geht mit dem Bonus ins Rennen, dass sie in den vergangenen drei Weltcupbewerben dieser Disziplin sowie auch bei der WM die Schnellste war. Die 24-Jährige könnte damit nach dem Speed-Double bei der WM auch jenes im Weltcup holen.

Riesentorlauf: Die einzige Chance von Österreichs Damen auf eine Kristallkugel liegt im Riesentorlauf. Kathrin Zettel führt die Wertung an, sie hat ein Guthaben von 41 Punkten auf die Finnin Tanja Poutiainen. Zettel ist mit vier Siegen in sieben Saisonrennen in dieser Disziplin die überragende Läuferin, für die 22-jährige Göstlingerin wäre es die erste Auszeichnung dieser Art. Die Steirerin Elisabeth Görgl liegt auf Platz drei, kann in die Entscheidung aber nicht mehr eingreifen.

Slalom: Weltmeisterin Maria Riesch holte sich am Samstag in Ofterschwang die kleine Kugel vorzeitig ab. Sie ist mit vier Erfolgen im Weltcupwinter die würdige Trophäengewinnerin. Um Platz zwei kämpfen noch Lindsey Vonn (USA), Sarka Zahrobska (CZE) und Tanja Poutiainen (FIN).

Super-Kombination: Steht in Aare nicht mehr auf dem Programm, Kugelgewinnerin nach drei Bewerben ist die Schwedin Anja Pärson vor der US-Amerikanerin Lindsey Vonn und der Österreicherin Kathrin Zettel. (APA)

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    Die Kristallkugel für den Abfahrts-Weltcup hat Lindsey Vonn  sicher, auch die Kugel für den Gesamtweltcup ist ihr praktisch nicht mehr zu nehmen.

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