Dorotheum eröffnet Filiale in Rom

10. März 2009, 17:49
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Es ist die zweite Repräsentanz des Wiener Auktionshauses in Italien nach Mailand: Italien ist für das Auktionshaus wichtigste Klientennation

Rom/Wien - In den vergangenen Jahren konnte das Dorotheum seinen Anteil an internationalen Kunden im Auktionsgeschäft zügig ausbauen. Deutschland, Italien, Großbritannien, die USA und Frankreich halten hier den stärksten Anteil. Hauptsächlich verdankt man den Zuwachs an internationalen Kunden dem seit der Privatisierung des Unternehmens 2001 forcierten Ausbau von Niederlassungen und einem Team von Repräsentanten, etwa in Zagreb, Tokyo, Tel Aviv, Paris und London.

Das operative Netzwerk umfasst derzeit Filialen in Deutschland (Düsseldorf, München), Belgien (Brüssel), der Tschechischen Republik (Prag) und Italien. Nach Mailand (2005) eröffnete das österreichische Auktionshaus am 9. März nun auch eine solche in Rom. In Italien ist das Dorotheum damit - unterstützt von zwei Ansprechpartnern in Verona (Isabelle von Schönfeldt) und Florenz (Daniela Galeotti) - außerhalb der heimischen Landesgrenzen am stärksten vertreten.

Und das hat wohl seinen guten Grund, auch wenn das Management hierzu keine Details bekanntgeben möchte. Noch im Frühjahr 2007 gab sich Geschäftsführer Martin Böhm allerdings weniger zugeknöpft, "mit Italien machen wir bereits zehn Prozent unseres Umsatzes", sagte er damals dem STANDARD.

Tatsächlich dürfte der Anteil deutlich höher liegen und die Italiener längst zur bedeutendsten Klientennation des Dorotheums gehören: Einerseits auf Verkäuferseite, vor allem in den Sparten Gemälde Alter Meister und 19. Jahrhundert, stiegen die Einbringungen aus Italien zuletzt ebenso deutlich an wie bei Design. Andererseits verdankt man einige der jüngeren Rekorde Käufern aus Italien, etwa Guido Cagnacci (Lucrezia, 1,4 Millionen Euro) oder Piero Manzoni (Achrome, 1,11 Millionen Euro). Oder um es mit Insidern zu sagen: Italiener kaufen nicht, was ihnen gefällt, sondern was sie kennen.

Die Leitung der Niederlassung in Rom hat die auf Barockmalerei spezialisierte Kunsthistorikerin Maria Cristina Paoluzzi übernommen. Das Hauptaugenmerk liegt auf Betreuung der Klientel. Zeitweise werden auch ausgewählte Highlights des Auktionsangebotes aus Wien anreisen. Auktionen sind vorerst nicht geplant. In Mailand war der Umsatz beim bislang einzigen Versuch (Juwelen, Glas) im Dezember 2007 weit hinter den Erwartungen geblieben. (Olga Kronsteiner, DER STANDARD/Printausgabe, 11.03.2009)

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    Repräsentanz des Dorotheum in Rom.

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