Probleme des Protestantismus

27. Februar 2009, 11:07
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Sonntag Vormittag. Gasthaus.

(Zwei Mitglieder der protestantischen Gemeinde nach dem Kirchenbesuch beim Kaffee.)

DER ERSTE (deutet auf einen Artikel in der Zeitung, die er gerade liest. Zufrieden): Jetzt laufen ihnen die Leut' davon, den Katholerern.

DER ZWEITE: Kein Wunder bei denen ihre Bischöf'.

DER ERSTE: Vor allem bei dem Papst.

DER ZWEITE: Was ist nur nicht versteh', ist, dass nicht mehr zu uns kommen. Das sind schließlich gläubige Menschen, die brauchen einen spirituellen Rückhalt. Bei uns wär's ideal für die. Da geht's liberal zu, es herrscht ein ständiger Diskurs, und unsere Superintendenten, großartig.

DER ERSTE: Allerdings. Super-Intendenten.

DER ZWEITE: Super-Superintendenten, meinst du. Weil Intendenten gibt's ja keine, nur Super. Und wenn die super sind, sind sie logischerweise Super-Superintendenten.

DER ZWEITE: Jaja, von mir aus. Jedenfalls super. Und trotzdem machen wir, scheint's, irgendwas falsch ...

(Vorhang)

(Antonio Fian, DER STANDARD/Printausgabe, 27.02.2009)

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