Gehaltsunterschiede vorrangiges Thema

9. März 2009, 10:59
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Frauenministerin in der Pressestunde: Einkommensabhängiges Kindergeld kommt als vierte Variante - Opposition sah "Lippenbekenntnisse"

Wien - Frauen- und Beamtenministerin Heinisch-Hosek hat am Internationalen Frauentag in der ORF-"Pressestunde" Verbesserungen bei der Vereinbarung von Familie und Beruf sowie die Verringerung der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen als ihre vorrangigen Ziele genannt. Es sei "eines der wichtigsten Anliegen, dass die Gehaltsunterschiede geringer werden", sagte sie am Sonntag.

Offenlegung der Gehälter

Einige Unterschiede bei den Gehältern von Frauen und Männern seien unerklärlich, so die Ministerin. Die Ressortchefin plädierte dafür, dass Firmen offenlegen sollen, wer was verdient - auch, damit Zulagen, die über den Kollektivvertrag hinaus gehen, für alle offen einsehbar sind.

Gleich wichtig wie die Gleichstellung beim Gehalt sei für sie die Vereinbarung von Familie und Beruf, sagte Heinisch-Hosek. Voraussetzung dafür sei, dass die Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder ausgebaut werden, wiederholte sie eine altbekannte Forderung. Sie verstehe diesbezüglich "überhaupt nicht, dass es Bundesländer gibt, wo elf Wochen (in den Ferien, Anm.) zu ist, andere Länder haben aber nur zwei Wochen zu".

Einkommensabhängiges Kindergeld

Fix ist laut Heinisch-Hosek das einkommensabhängige Kindergeld. Sie wolle den Verhandlungen zwar nicht vorgreifen, der Deckel nach oben werde aber - wie auch bisher bereits bekannt - bei 2.000 Euro liegen; nach unten soll die Leistung mit 1.000 Euro gedeckelt sein. Beziehen soll man diese - geht es nach Heinisch-Hosek - "vierte Variante" des Kindergeldes für ein Jahr können.

Opposition ortet Ankündigungspolitik

Kritik am TV-Auftritt der Ministerin gab es von der Opposition: FPÖ, BZÖ und Grüne sahen "Lippenbekenntnisse", "Schönreden" bzw. eine "ideenlose Ankündigungspolitik".

Im Konflikt rund um die geforderte Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung für LehrerInnen glaubt Heinisch-Hosek an einen Kompromiss. Unterrichtsministerin Schmied stärkte sie in dieser Frage den Rücken. (APA)

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    Für Heinisch-Hosek soll das einkommensabhängige Kindergeld nach oben hin bei 2.000 Euro gedeckelt sein.

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