Chefin der Tiroler VP-Frauenbewegung trat zurück

8. März 2009, 13:47
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Bezirksleiterinnen von Kufstein und Kitzbühel schlossen sich an - Patscheider: Werden in der Partei nicht ernst genommen

Innsbruck - Gleich drei führende Frauen der VP-Frauenbewegung haben am Sonntag der Parteiorganisation den Rücken gekehrt. Neben der Landesleiterin, Gretl Patscheider, warfen auch die Bezirksleiterinnen von Kufstein und Kitzbühel das Handtuch. "Es reicht", sagte Patscheider nach dem Vorbild des Ex-Vizekanzlers Wilhelm Molterer (ÖVP) am Sonntag, dem Weltfrauentag, auf einer Pressekonferenz. Die Frauen würden in der Partei nicht ernst genommen. Die Anliegen der Frauen und ihre Beschlüsse werden von der Partei ignoriert, begründete Patscheider ihren Entschluss.

Keine bequeme und erwünschte Landesleiterin

Sie wisse, dass sie von Anfang an "keine bequeme" und auch eine "keine erwünschte" Landesleiterin gewesen sei. Sie beklagte den mangelnden Rückhalt, den sie von der Parteispitze erhalten habe. "Weder bei der Auswahl der Landesrätinnen noch bei den Obmann-Stellvertreterinnen wurden wir ausreichend gehört. Mein Ziel, die VP-Frauen wieder als gleichberechtigten Bund zu etablieren, ist offenbar unerreichbar," sagte sie. Die Parteispitze sei offenbar der Ansicht, dass sie keine starken Frauen brauche. Immerhin seien die ehemalige VP-Landesrätin Anna Hosp und LHStv. Elisabeth Zanon nach der Wahl auch nicht mehr als Regierungsmitglieder erwünscht gewesen.

Weiterhin überparteilich engagieren

Sie werde sich in Zukunft weiter für die Frauen engagieren, allerdings "überparteilich". Aus der VP austreten wolle sie aber nicht, sagte Patscheider. Wer ihre Nachfolge antreten wird, war vorerst nicht bekannt. Patscheider, vierfache Mutter und Unternehmerin, hatte sich im Juli vergangenen Jahres dazu bereiterklärt, das Amt von Zanon nach deren Rücktritt zu übernehmen.

Rauch: Entscheidung zu respektieren

"Die Entscheidung der Drei ist zu respektieren", erklärte VP-Hauptgeschäftsführer Hannes Rauch anlässlich der Rücktritte. Die VP-Frauen würden über "zahlreiche, engagierte und kompetente" Vertreterinnen verfügen. Bundesrätin Elisabeth Greiderer und die LAbg. Sonja Ledl seien bereits Parteiobmann-Stellvertreterinnen. Über sie sei die Frauenbewegung "bestens" in die Partei eingebunden. Außerdem verwies er auf die beiden weiblichen Mitglieder der Tiroler Landesregierung. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass jetzt sehr rasch im Rahmen eines Landestages ein neues Führungsteam gewählt wird", meinte Rauch. (APA)

Nachlese:

Als Zugpferde ausgemustert
Nach Elisabeth Zanons Abgang wollen die Tiroler ÖVP-Frauen kein "Stimmvieh" mehr sein: Die neue Frauenchefin Margarete Patscheider im dieStandard.at-Gespräch

 

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