EU-Lissabon-Ziele promi­nentes Opfer der Rezession

8. März 2009, 17:37
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Österreich verbessert sich im Länderranking einen Platz

Brüssel - Die schwerste Rezession der Nachkriegszeit wirft die EU bei ihrem Streben zurück, bis 2010 der stärkste Wirtschaftsraum der Welt zu werden. Von den 14 größten EU-Ländern seien nur noch sechs in Reichweite der Lissabon-Ziele, ergab die jährliche Auswertung.

Besonders stark ist Deutschland vor allen bei Kriterien wie Wachstum und Beschäftigung zurückgefallen und liegt nunmehr in der Gesamtwertung nur mehr auf Platz neun.

Österreich konnte sich hingegen in der Gesamtwertung einen Platz verbessern und liegt nunmehr hinter Deutschland auf Platz zehn. Bei den Kriterien Wirtschaftswachstum (auf 5) und Arbeitsproduktivität (auf 6) konnte sich Österreich zwei Plätze verbessern, am besten schneidet das Land bei der Erwerbstätigenquote (Platz 4) ab. Unverändert schlecht schneidet Österreich beim Indikator "akademische Ausbildung" ab, auf vorletztem Platz.

Die EU hatte bei einem Gipfel in Lissabon 2000 beschlossen, binnen zehn Jahren zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu werden. Die Allianz misst jährlich die Fortschritte von 14 der mittlerweile 27 EU-Mitgliedsländer.

Finnland, Polen, die Niederlande, Griechenland, Schweden und Spanien schafften noch einen Wert, der das Erreichen des Zieles verspreche. In Irland, das von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders hart getroffen ist, verschlechterte sich die Lage am meisten. Das Land rutschte vom vierten auf den 13. Platz ab. Schlusslicht der 14 untersuchten Länder ist Italien. (Reuters, spu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 09.03.2009)

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