Aus gegen Deutschland

8. März 2009, 17:32
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Melzer verlor auch sein achtes Match gegen Kiefer und sein zweites im Länderkampf. Koubeks zweiter Sieg nur noch Kosmetik

Garmisch-Partenkirchen - Das österreichische Davis-Cup-Team hat im sechsten Jahr in Folge den Aufstieg ins Weltgruppen-Viertelfinale verpasst. Die Truppe von ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller geriet am Sonntag im Olympia-Eissport-Zentrum von Garmisch-Partenkirchen im Duell mit Deutschland durch eine 6:7(3),4:6,4:6-Niederlage von Jürgen Melzer gegen Nicolas Kiefer uneinholbar mit 1:3 in Rückstand. Stefan Koubeks zweiter Sieg, 6:2,6:3 gegen Christopher Kas, hatte nur noch kosmetischen Wert und besiegelte den 2:3-Endstand.

Seit dem letztmaligen Viertelfinal-Einzug eines österreichischen Teams im Jahr 1995 war es der achte vergebliche Anlauf auf einen Sieg in der obersten Kategorie dieses Traditionsbewerbs. Für die Deutschen ist es hingegen die dritte Teilnahme an der Runde der Top Acht in Folge. Für Österreich geht es vom 18. bis 20. September wieder ins Play-off um die Weltgruppen-Zugehörigkeit, die Auslosung dafür erfolgt am 12. Mai.

Im ersten Satz gegen Kiefer hoffte nach dem Break Melzers zum 4:3 auch das eigens für Sonntag angereiste Schwimm-Ass Mirna Jukic, dass er im achten Duell mit dem Deutschen erstmals gewinnen könnte. Doch ein Doppelfehler ermöglichte Kiefer in dessen erstem Einzel seit 7. Jänner bzw. nach einer Verletzungspause das Rebreak. Danach rettete sich Melzer mit Satzball-Abwehr ins Tiebreak, in dem hatte er aber nicht viel zu bestellen.

Danach agierte Kiefer effizient und gewann immer mehr die Oberhand. Den zweiten Durchgang eröffnete der ehemalige Australian-Open-Halbfinalist mit einem Break, war in Folge bei seinem Aufschlag unantastbar und servierte aus. In Satz drei geduldete sich der Weltranglisten-33. bis zum 4:4, ehe er seine einzige Breakchance in diesem Durchgang eiskalt nutzte. Zu Null servierte Kiefer nach einer Spielzeit von 2:26 Stunden souverän aus.

Melzer verteidigte danach seine Entscheidung, nicht Doppel gespielt zu haben. Die dann am Samstag eingefahrene Niederlage brachte schließlich die Vorentscheidung zugunsten der Deutschen. "Ich mache derzeit einfach nicht die wichtigen Punkte. Kiwi (Anm.: Kiefer) muss ich aber auch zu seiner Aufschlagleistung gratulieren. Jetzt sind wir wieder in der Relegation, da kennen wir uns ja schon gut aus", resümierte Melzer mit etwas Galgen-Humor.

Kiefer lobte die Leistung Melzers, machte im Endeffekt den Zusammenhalt im Team für den dritten Aufstieg der Deutschen in ein Viertelfinale der Weltgruppe en suite hauptverantwortlich. "Wir waren vielleicht mit einem kleinen Fuß schon draußen,", sagte der Lokalmatador, "haben uns aber gerettet, weil wir als Team aufgetreten sind. Ich habe alles auf dem Platz gelassen, was ich hatte - mein Herz, mein Blut."

Die persönliche Davis-Cup-Bilanz Melzers sieht hingegen nun nicht besonders erfreulich aus. Er hält in Summe bei 15 Siegen und 26 Niederlagen, wobei er im Einzel bei 9 Siegen 18 Niederlagen stehen hat. Unter den neun Besiegten war Oliver Rochus noch der Stärkste, der Belgier stand 2003 bei der Play-off-Niederlage gegen Melzer auf Weltranglisten-Position 49. (APA/red)

 

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