Jahrzehntelang Schauplatz blutigen Terrors

8. März 2009, 13:59
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Konflikt eskalierte in den späten 1960er Jahren

London - Nordirland ist Bestandteil des Vereinigten Königreichs. Es hat eine Fläche von 13.483 Quadratkilometern. Die Region umfasst sechs der einstmals neun Grafschaften der Provinz Ulster. Nach der Unabhängigkeit des südlichen Irlands 1922 blieb allein dieses irische Gebiet noch mit der britischen Krone in einer Union verbunden.

Nach Angaben der nordirischen Statistik-Behörde zählte die Krisenprovinz im Jahr 2007 etwa 1,76 Millionen Einwohner. Die katholische Minderheit steht mit einem Anteil von etwa 40 Prozent an der Gesamtbevölkerung einer protestantischen Mehrheit von etwa 60 Prozent gegenüber. Die Trennung der Lebensbereiche beider Konfessionen ist in Nordirland traditionell strenger als in den meisten anderen Ländern.

In den späten 1960er Jahren hat sich zwischen den ärmeren, oft auf dem Land lebenden Katholiken und den wohlhabenderen protestantischen Siedlern aus dem Königreich ein Glaubenskrieg entwickelt, der in blutigen Terrorschlachten gipfelte, Jahrzehnte anhielt und mehr als 3.500 Menschenleben kostete. Politisch strebt die katholische, republikanische Seite eine Abtrennung von Großbritannien und eine Vereinigung mit der katholischen Republik Irland an. Die protestantischen Unionisten sind hingegen pro-britisch orientiert.

"Bloody Sunday" - 1972

Als Ausgangspunkt für die Hochphase des Terrors gilt der "Bloody Sunday", als britische Soldaten am 20. Jänner 1972 in den Straßen der Stadt Londonderry 14 katholische Zivilisten erschossen. Den bewaffneten Kampf führten auf katholischer Seite vor allem die Irish Republican Army (IRA) mit ihren Splittergruppen, auf protestantischer Seite paramilitärische Einheiten in Verbindung mit der britischen Armee.

Der politischer Arm der IRA, die Partei Sinn Fein, schlug 1995 schließlich den Weg zum Frieden ein, den die Regierungen von Großbritannien und Irland sowie die nordirischen Konfliktparteien mit dem Karfreitagsabkommen von 1998 besiegelten. Seit 2007 ist die Sinn Fein Partei mit den ehemaligen Erzfeinden, den Protestanten von der Unionistenpartei DUP, in einer Koalitionsregierung. Die DUP stellt den Ministerpräsidenten. (APA/dpa)

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