Vatikan gegen religiöse Domains im Internet

8. März 2009, 13:19
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Domains könnten zu bitteren Streitigkeiten zwischen theologischen und religiösen Traditionen führen

Der Vatikan hat Bedenken gegen Religionsbezeichnungen als Internet-Domains. Er empfahl der zuständigen Verwaltungsorganisation ICANN, die bis Freitag in Mexiko tagte, auf generische Top-Level-Domains (TLD) wie ".catholic", ".islam" oder ".buddhist" zu verzichten, wie Kathpress meldet.

Streitigkeiten

Zur Begründung hieß es in einem Brief an ICANN-Chef Paul Twomey, solche Domains könnten zu bitteren Streitigkeiten zwischen theologischen und religiösen Traditionen führen. Die Einführung entsprechender neuer Adress-Endungen wird aktuell von ICANN diskutiert.

Die Internet-Organisation könne im Fall religiöser Domains genötigt sein, ihre "weise Politik der Neutralität" aufzugeben, schrieb der Vertreter des Heiligen Stuhls im ICANN-Regierungsbeirat, Carlo Maria Polvani. Dies sei dann der Fall, wenn das Gremium über den Anspruch von Antragstellern entscheiden müsse, eine bestimmte religiöse Tradition zu vertreten.

Leitlinien

Der Vatikan erinnerte an die Leitlinien des ICANN-Regierungsbeirats, die eine Sensibilität gegenüber nationalen, kulturellen, geografischen und religiösen Belangen vorsieht. ICANN-Präsident Twomey verwies in seiner Antwort auf ein grundsätzliches Widerspruchsrecht betroffener Gemeinschaften gegen neue generische Top-Level-Domains. Die Organisation wolle jedoch die geäußerten Bedenken gemeinsam mit dem Vatikan erörtern.

Die private Organisation ICANN wird vom US-Handelsministerium beaufsichtigt und koordiniert bestimmte technischen Aspekte des Internetbetriebs. Die Regierungen der Welt - wie auch der Heilige Stuhl - können beratend Anregungen und Vorschläge liefern, haben jedoch keine Entscheidungsgewalt. (APA)

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