Hertha setzt sich ab

8. März 2009, 13:59
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Berliner nach 3:1 gegen Cottbus vier Zähler vor Verfolgerquartett - HSV musste Schlappe in Gladbach hinnehmen

München - Hertha BSC hat die Tabellenführung in der deutschen Fußball-Bundesliga in der 23. Runde auf vier Zähler ausgebaut. Die Berliner gewannen das Derby bei ihrem bisherigen Angstgegner Energie Cottbus mit 3:1 und liegen nun vor einem punktgleichen Verfolger-Quartett, das von 1899 Hoffenheim und dem FC Bayern München punkt- und torgleich angeführt wird. Der Aufsteiger erreichte ein 0:0 gegen Werder Bremen und hat nun ebenso 42 Punkte und 49:31 Tore auf seinem Konto wie der Titelverteidiger, der Hannover 96 mit 5:1 deklassierte. Vierter blieb der VfL Wolfsburg nach dem 1:0 gegen den Karlsruher SC vor dem Hamburger SV, der durch die 1:4-Blamage bei Borussia Mönchengladbach drei Plätze einbüßte.

1899 Hoffenheim kommt in der Rückrunde nicht in Fahrt. Mit der Nullnummer gegen Bremen, wo es im Hinspiel beim 4:5 ein Torfestival gegeben hatte, blieb der Aufsteiger, bei dem Andreas Ibertsberger durchspielte und Ramazan Özcan auf der Bank saß, zum fünften Mal in Folge ohne Sieg. Nach dem Einzug ins Cup-Halbfinale verzeichneten die Hanseaten (Sebastian Prödl in der 57. Minute eingewechselt, Martin Harnik Ersatz) mit dem Remis immerhin ein weiteres Erfolgserlebnis.

Überragender Woronin

Hertha hingegen nahm mit dem glücklichen Sieg in Cottbus eine wichtige Hürde beim Kampf um den ersten deutschen Meistertitel seit 1931. Im 50. Spiel unter Trainer Bojan Prasnikar gingen die Lausitzer zwar durch ein Freistoßtor von Atan Cagdas (21.) in Führung. Doch der überragende Andrej Woronin drehte die Partie mit drei Treffern (34./45./88.) noch für die Hertha, die zuletzt sieben von elf Spielen gegen Energie verloren hatte.

"Woronin ist Gold wert", meinte Hertha-Manage Dieter Hoeneß und Kapitän Arne Friedrich ergänzte: "Im Moment ist Woronin unbezahlbar für uns." Der Ukrainer hält mittlerweile bei zehn Treffern für Deutschlands "Alte Dame", in den jüngsten fünf Partien traf er sieben Mal.

Der Gelobte selbst gab die Komplimente an seine Kollegen weiter: "Ich bekomme gute Bälle." Woronin ist Berlins großer Hoffnungsträger beim Versuch, den ersten Titel seit 78 Jahren zu gewinnen, etwas woran vor der Saison (und auch jetzt nicht so wirklich) zu denkan war. Doch eine Weiterverpflichtung der Liverpool-Leihgabe über die laufende Saison hinaus kann sich Hertha nach aktuellem Stand nicht leisten. Sie würdel rund vier Millionen Euro Ablöse plus Jahresgehalt kosten.

Podolski trifft für Bayern

Drei Tage nach dem Cup-K.o. in Leverkusen meldete sich der FC Bayern gegen Hannover 96 eindrucksvoll zurück. Jiri Stajner (15.) brachte das auswärtsschwächste Team der Liga zwar in Führung und sorgte dafür, dass der Titelverteidiger auch das elfte Heimspiel der Saison nicht ohne Gegentor überstand, doch dann drehten die Bayern auf. Daniel van Buyten (20.), Miroslav Klose (25.), Hamit Altintop (34.), Lukas Podolski (73.) und Martin Demichelis (89.) sorgten für den standesgemäßen Erfolg.

Dagegen musste der HSV beim bisherigen Schlusslicht Gladbach einen empfindlichen Rückschlag im Titelrennen einstecken. Mladen Petric (29.) glich die Gladbacher Führung durch Rob Friend (24.) zwar noch aus, doch dann machten Tobias Levels (42.), Roel Brouwers (54.) und Marko Marin (65./Elfmeter) die große Überraschung perfekt. Mit dem ersten Sieg gegen die Hamburger seit März 2004 setzten sich die Borussen vom letzten Platz ab, den nunmehr Karlsruhe  einnimmt.

Wolfsburg ließ sich bei seiner Jagd Richtung Spitze von den Badenern nicht stoppen. Durch das zwölfte Saisontor von Edin Dzeko (38.) brachte die beste Rückrunden-Elf ihren fünften Sieg in Serie unter Dach und Fach. Unter Trainer Markus Babbel bleibt auch der VfB Stuttgart in der Erfolgsspur und setzte mit dem 2:1 gegen Borussia Dortmund seinen Vormarsch in Richtung internationale Startplätze fort. Elson (10.) und der zum 14. Mal in dieser Saison erfolgreiche Mario Gomez (62.) trafen gegen die Westfalen, die im Jahr 2009 weiter auf ihren ersten Dreier warten. Der Treffer von Nelson Valdez (52.) war zu wenig.

Bayer Leverkusen hat am Sonntag die Chance, mit einem Sieg gegen den VfL Bochum wieder näher an die Spitzengruppe heranzurücken. Im zweiten Sonntagsspiel stehen einander Arminia Bielefeld und Eintracht Frankfurt  gegenüber. (APA/dpa)

 

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    Herthas Anhänger in der Lausitz obenauf.

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